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DFB mahnt Weiterverkauf von Eintrittskarten ab

Die Münchener Rechtsanwaltskanzlei Beiten Burkhardt mahnt im Auftrag des Deutschen Fußball Bundes (DFB) Fußball-Fans der Deutschen Nationalmannschaft ab, um diese vom Verkauf Ihrer Länderspiel-Eintrittskarten über die Handelsplattform eBay abzuhalten. Dabei kann es sich für Abgemahnte lohnen, die Abmahnung durch einen  Rechtsanwalt prüfen zu lassen.

Stellen Sie sich vor, Sie haben voller Vorfreude Tickets für ein Länderspiel der DFB-Elf erworben. Doch dann steht das Spiel an und Sie sind erkrankt oder anderweitig verhindert. Viele Fans versuchen dann, ihre für viel Geld erworbenen Tickets über Auktionsplattformen wie eBay kurzfristig zu veräußern. Doch dabei ist Vorsicht geboten, denn: Die Kanzlei Beiten Burkhardt aus München mahnt nun im Auftrag des DFB Fußball-Fans ab, um sie gerade vom Verkauf Ihrer Länderspiel-Eintrittskarten über die Handelsplattform eBay abzuhalten. Oftmals jedoch zu Unrecht.

DFB beruft sich auf seine Allgemeinen Ticket-Geschäftsbedingungen

Den abgemahnten Fußball-Fans wird in der durch Beiten Burkhardt zugestellten Abmahnung der Ticket-Verkaufs-Verlauf genau skizziert. So teilt der DFB dem Abgemahnten minutiös mit, wann und zu welchem Preis er die Tickets erworben hat und wann er diese auf der Auktionsplattform eBay zu welchem Preis veräußert hat. Eine DFB-Abmahnung lautet im ungefähren wie folgt:

Mit Rechnung vom 01.09.2015 haben Sie vom DFB vier Tickets für das EM- Qualifikationsspiel der deutschen Herren-Nationalmannschaft gegen die Niederlande am 17.11.2015  in der HDI-Arena, Hannover  zugeteilt bekommen. Die Tickets wiesen Plätze in Block W 13 zum Preis von je EUR 80,00 (inkl. MwSt.) aus. Am 20.09.2015 haben Sie die von Ihnen erworbenen Tickets zu einem Preis von EUR 450,00  über die Auktionsplattform eBay verkauft. Im Zuge der Bewerbung um die Tickets haben Sie die Allgemeinen Ticket-Geschäftsbedingungen des DFB für den Verkauf von Eintrittskarten zu Länderspielen der deutschen Nationalmannschaften im Inland („Ticket-AGB“) akzeptiert.“

 Ticketinhaber ist untersagt, das Ticket bei Internet-Auktionen zum Kauf anzubieten

 Dabei beruft sich der DFB auf seine Allgemeinen Ticket-Geschäftsbedingungen (ATGB). Dort lautet es unter Punkt 7: „Dem Ticketinhaber ist es insbesondere untersagt, das Ticket bei Auktionen (insbesondere im Internet) zum Kauf anzubieten; das Ticket ohne ausdrückliche vorherige schriftliche Zustimmung durch den DFB gewerblich zu veräußern; grundsätzlich bei privater Weitergabe das Ticket zu einem höheren Preis als dem, der auf dem Ticket angegeben ist, zu veräußern.“

Zudem müsse der Ticket-Verkäufer bei der Weitergabe der Tickets den neuen Erwerber auf diese Bestimmungen hinweisen. Eine schuldhafte Verletzung dieser Verkaufsbestimmungen soll den DFB gemäß den ATGB dazu berechtigen „von dem Besteller/ Käufer die Zahlung einer angemessenen Vertragsstrafe in Höhe von bis zu 2.500 Euro zu verlangen“. Darüber hinaus steht in den ATGB des DFB, dass wenn ein Ticket vom Besteller/ Käufer in unzulässiger Weise angeboten, verwendet oder weitergegeben wird, der DFB berechtigt sei, das Ticket sowie sonstige vom Besteller/ Käufer erworbene Tickets – auch elektronisch – zu sperren und dem Besitzer des Tickets entschädigungslos den Zutritt zum Stadion zu verweigern bzw. ihn des Stadions zu verweisen.

Wie sieht es rechtlich aus? Darf ich als Privatperson ein Ticket, welches ich direkt beim Veranstalter (DFB) erworben habe, weiterverkaufen?

Ja, als Privat-Verkäufer darf ich das, denn es gilt: Wenn ein privater Käufer, das Ticket/die Tickets auch zum privaten Gebrauch erworben hat, kann ein Weiterverkauf nicht verboten werden. Zwar versuchen Veranstalter immer wieder, wie hier der DFB, ein Weiterverkaufs-Verbot durch AGB zu verhindern und durchzusetzen. Zwar  können Veranstalter grundsätzlich in ihren AGB festlegen, dass Tickets ausschließlich zum privaten Gebrauch verkauft werden dürfen und eine darüber hinausgehende Weiterveräußerung unter gewissen Umständen verboten ist. Allerdings sind AGB mit einem generellen Weiterveräußerungsverbot gegenüber Privatpersonen eindeutig unwirksam.

Abgrenzung privater/gewerblicher Verkäufer ist entscheidend

Entscheidend ist die Abgrenzung zwischen einem privaten- und einem gewerblichen Ticket-Verkäufer. Wann jemand privater oder gewerblicher Verkäufer ist, lässt sich jedoch pauschal nicht beantworten. Letztlich muss immer der Einzelfall genau betrachtet werden. Dennoch gilt: Wenn ein privater Käufer aufgrund von Krankheit oder einer anderen Verhinderung nicht selbst das Fußballspiel besuchen kann und das Ticket deshalb verkauft, handelt er nicht gewerblich. Selbst wenn wiederholt ein Verkauf stattfindet (zu denken wäre an jemanden, der alle Spiele Live verfolgt), muss nicht zwingend ein gewerblicher Verkauf vorliegen. Erst wenn wiederholt vergleichbare Tickets durch ein und dieselbe Person mit einer zu erkennenden Gewinnerzielungsabsicht angeboten werden, kann ein gewerblicher Handel vorliegen und besondere Vorsicht ist geboten.

Handelt es sich jedoch um einen privaten Verkäufer, so benachteiligt ihn ein generelles Weiterverkaufsverbot in unangemessener Weise und ein solches ist unwirksam. Dies ist auch die Auffassung des BGH. Der Bundesgerichtshof hat in einem wegweisenden Urteil (Urt. V. 11.09.2008, I ZR 74/06) entschieden, dass es im Falle einer Erkrankung oder einer Verhinderung privaten Käufern möglich sein muss, das erworbene Ticket weiterverkaufen zu können, denn ein generelles Weiterverkaufverbot würde den Grundsatz der Verkehrsfähigkeit von Wirtschaftsgütern ad absurdum führen.

Ich bin abgemahnt worden. Was kann ich tun?

Nicht ratsam wäre es, sich ohne vorhergehende Rechtsberatung an den DFB und dessen Rechtsanwälte zu wenden und sich zu den Vorwürfen zu äußern. Denn es ist fraglich, ob die Vertragsstrafe in der geforderten Höhe angemessen ist und tatsächlich bezahlt werden muss. Zudem ist es fraglich, ob überhaupt eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung abgegeben werden muss und abgegeben werden sollte.

Diese sind oftmals erheblich zu weit gefasst und benachteiligen Betroffene in unangemessener Weise. So verpflichtet sich der Abgemahnte beispielsweise dazu, jedwede Ticketverkäufe zukünftig zu unterlassen. Aus einer etwaigen Vertragsverletzung gegen die AGB folgt jedoch kein Unterlassungsanspruch des Veranstalters hinsichtlich künftiger Kartenverkäufe. Ein vertraglicher Unterlassungsanspruch kann dem Veranstalter jeweils nur hinsichtlich des Weiterverkaufs konkreter Eintrittskarten zustehen.

Nutzen Sie unsere kostenfreie Erstberatung

In jedem Falle bedarf eine Abmahnung wegen dem Weiterverkauf von Tickets über eine Auktionplattform wie eBay einer genauen juristischen Überprüfung. Es bestehen erhebliche Zweifel sowohl bezüglich der geforderten Vertragsstrafe als auch bezüglich der geforderten Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung.

Wir vertreten bereits zahlreiche Personen, die eine Abmahnung wegen dem Weiterverkauf von Fußball-Tickets erhalten haben, sehr erfolgreich. Gerne können auch Sie sich telefonisch oder per E-Mail an unsere Kanzlei wenden. Hier erhalten Sie eine kostenfreie, umfangreiche und informative Erstberatung durch einen unserer Experten. (TOS)

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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