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De-Mail: So einfach wie eine E-Mail, aber so sicher wie die Papierpost

Durch den Dienst „De-Mail“ soll ab 2011 die Kommunikation zwischen Bürger, Wirtschaft und Verwaltung nach und nach immer mehr auf digitale Abläufe umgestellt werden.Ziel ist es in erster Linie die staatlichen Portokosten um bis zu 40 Millionen Euro zu reduzieren. Unter anderem aus diesem Grund ist die De-Mail kostenpflichtig und deren Nutzung für den Bürger freiwillig. Angeboten wird dieser Dienst von mehreren Providern, die durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert sind.

Die De-Mail eröffnet die Möglichkeit Dokumente und Nachrichten rechtsverbindlich und vertraulich über das Internet zu versenden. Dabei können die Identität der Kommunikationspartner, sowie die Zustellung der De-Mails nachgewiesen werden.

Dank abgesicherten Anmeldeverfahren und Verbindungen zu dem Provider, sowie verschlüsselten Transportwegen zu den Providern ist ein verbindlicher Versand und Empfang garantiert. Zudem ist sichergestellt, dass die Inhalte einer De-Mail auf ihrem Weg durch das Internet nicht mitgelesen oder gar verändert werden können.

Die Sicherheit der elektronischen Kommunikation wird folglich durch die De-Mail im Vergleich zur herkömmlichen E-Mail erhöht und Spam und Phishing vermieden

Die Vorregistrierung eines De-Mail-Accounts erfolgt einmalig persönlich in einer Behörde unter Vorlage des Personalausweises oder Passes mit einem entsprechenden Formular. Die Behörde bestätigt die Identität und setzt sodann den Provider per Übersendung des Formulars in Kenntnis.

Übermittelt eine registrierte Person die De-Mail-Adresse einer Behörde, kann diese Bescheide und Verordnungen elektronisch zustellen. Dabei gilt die Zustellungsfiktion von 3 Tagen, d.h. die elektronische Sendung gilt als nach 3 Tagen zugestellt (auch an Sonn- und Feiertagen), selbst wenn der Empfänger den Bescheid noch nicht wahrgenommen hat.

Aufgrund dessen sind die Provider verpflichtet eine elektronisch signierte Zustellbestätigung an die Sender-Behörde zu schicken, wenn der Empfänger sein De-Mail-Postfach öffnet. Der Bürger kann hingegen eine kostenpflichtige digital signierte Versandbestätigung anfordern, um zu beweisen, dass er eine De-Mail an eine Behörde übermittelt hat.

Auch Unternehmen können den De-Mail-Service freiwillig nutzen, müssen dabei jedoch ein im Bürgerlichen Gesetzbuch verankertes Gegenseitigkeitsprinzip beachten. Dieses verpflichtet das Unternehmen die De-Mails eines Kunden anzunehmen und zu bearbeiten und nicht mit der Begründung abzulehnen, dass das Angebot des Unternehmens online verfügbar sei.

Dennoch wird dieser Dienst zum Teil beanstandet:

Aus technischen Gründen ist es nämlich erforderlich, dass die De-Mails auf dem Server des Anbieters einmal kurz entschlüsselt und anschließend sofort wieder verschlüsselt werden. Kritiker vergleichen dies mit einem Brief, der unterwegs geöffnet und in ein neues Kuvert gesteckt wird, so dass sich Angreifer dies prinzipiell zunutze machen können.

Das Innenministerium weist in diesem Zusammenhang jedoch darauf hin, dass die zwischenzeitliche Entschlüsselung in „Hochsicherheitsrechenzentren“ erfolge, die strenge Vorschriften aus dem De-Mail-Gesetz einhalten müssten. Zudem könnten Nutzer mit einer zusätzlichen Software auf dem eigenen Rechner ihre elektronische Post vor dem Versand selbst verschlüsseln, also quasi in einen Extra-Umschlag stecken.

Darüber hinaus habe ein Pilotprojekt in Friedrichshafen den hohen Sicherheitsstandard bestätigt. Darin hätten Hacker mehrfacht erfolglos versucht in das System einzudringen.

Quellen:

http://www.cio.bund.de/cae/servlet/contentblob/890826/publicationFile/56243/de_mail_informationsbroschuere_download.pdf

http://www.e-recht24.de/news/telekommunikation/6312-de-mail.html

http://www.macwelt.de/artikel/_News/372562/innenministerium_kontert_kritik_de_mail_ist_sicher/1

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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