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Darf ein Fotograf Auftragsfotos zur Eigenwerbung nutzen?

Oft möchte ein Fotograf in Kundenauftrag entstandene Bilder als Referenzen in seiner eigenen Werbung in Broschüren oder auch im Internet benutzen. Hier stellt sich die Frage, ob eine solche Zweitverwertung einer Genehmigung des Auftraggebers und unter Umständen auch der abgebildeten Person bedarf.Die Nutzung von Auftragsfotos zur Eigenwerbung ist zunächst einmal ein legitimes Interesse des Fotografen. Allerdings können hier Rechte Dritter entgegenstehen. Ist eine Person abgebildet, so steht ihr das Recht am Eigenen Bild zu. Die Nutzung zu einem anderen, als dem vertraglich vereinbarten, Zweck ist hier untersagt. Die Nutzung als Referenz bedarf einer ausdrücklichen Einwilligung der abgelichteten Person

Sind auf dem Foto keine Personen zu sehen, so ist eine Nutzung als Referenz grundsätzlich denkbar. Allerdings ist hier bei gewerblichen Auftraggebern zu beachten, dass sich unter Umständen eine Treuepflicht zur Verschwiegenheit hinsichtlich Kundenbeziehung sowie Art und Datum der Veröffentlichung aus dem Auftragsverhältnis ergeben könnte. Darüber hinaus ist es oft so, dass eine gewerblicher Auftraggeber sich die ausschließlichen Nutzungsrechte einräumen lässt.

Grundsätzlich braucht ein professioneller Fotograf für die Nutzung von Aufnahmen, die im Rahmen eines Auftrags entstanden sind, eine Genehmigung um diese als Referenz oder Werbemaßnahme nutzen zu dürfen. Die Treuepflicht gegenüber dem Auftraggeber sowie das Persönlichkeitsrecht abgebildeter Personen stehen einer möglichen Nutzung im Rahmen der Eigenwerbung des Fotografen entgegen. Diese ist erst nach erfolgter schriftlicher Freigabe durch den Kunden möglich. Eine solche Freigabe kann bereits in den AGB des Fotografen geregelt sein. Jedoch sollte der Fotograf, um einer Unwirksamkeit der Klausel vorzubeugen, sich nicht die vollen Nutzungsrechte sondern lediglich das Recht zur Nutzung als Referenz einräumen lassen.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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