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Bundeskartellamt gibt grünes Licht für die Übernahme des Berliner Verlages durch M. DuMont Schauberg

Das Bundeskartellamt hat der Übernahme des Berliner Verlags durch die Kölner Verlagsgruppe M. DuMont Schauberg zugestimmt. Nach Meinung des Bundeskartellamts führt die Übernahme nicht zu einer Begründung einer marktbeherrschenden Stellung der beteiligten Unternehmen. Begründet wurde dies unter anderem mit den unterschiedlichen geographischen Verbreitungsgebieten, die zu keiner Überschneidung der Tätigkeiten der beiden Verlagshäuser führen.

Das Kölner Verlagshaus M. DuMont Schauberg ist insbesondere im Köln-Bonner Raum als Herausgeber von Tageszeitungen wie dem Kölner Stadtanzeiger, der Kölnische Rundschau und dem Express tätig. Daneben ist das Verlagshaus an der Herausgabe der Frankfurter Rundschau beteiligt.

Zu den vom Berliner Verlag herausgebrachten Zeitungen gehören insbesondere die Berliner Zeitung, der Berliner Kurier, sowie die Hamburger Morgenpost.

In der Pressemitteilung des Bundeskartellamts heißt es weiter:

Nach Auffassung des Bundeskartellamtes kommt eine marktbeherrschende Stellung der beteiligten Unternehmen auf den Berliner und Hamburger Lesermärkten für Abonnement- bzw. Straßenverkaufszeitungen bereits aufgrund der vorhandenen Marktstrukturen nicht in Betracht. Mit den Zeitungen der Verlagshäuser Holtzbrinck und Axel Springer sind auf den betroffenen Märkten Wettbewerber mit vergleichbaren bzw. stärkeren Marktanteilen vorhanden.

Darüber hinaus geht das Bundeskartellamt davon aus, dass der Zusammenschluss auch nicht zu einer Verstärkung der vorhandenen Marktpositionen auf den betroffenen regionalen Märkten führen wird. Die Verbreitungsgebiete der betroffenen Zeitungen liegen in geographisch weit voneinander entfernten Regionen. Es bestehen auch keine sonstigen Verbindungen, die für eine etwaige Verstärkungswirkung sprechen könnten. Insbesondere gibt es auch keine Anhaltspunkte dafür, dass die beiden Verlagshäuser bislang als potentieller Wettbewerber des jeweils anderen Unternehmens angesehen werden konnten.
Aus diesen Gründen sind auch auf den betroffenen Anzeigenmärkten, dem Lesermarkt für Stadtillustrierte in Berlin sowie den Lesermärkten im Kölner Raum und im südlichen Sachsen-Anhalt keine wettbewerblich nachteiligen Auswirkungen zu erwarten.

Das Bundeskartellamt hatte den Erwerb des Berliner Verlages durch die Verlagsgruppe Holtzbrinck im Jahre 2002 und erneut im Jahre 2004 untersagt, da dieser Zusammenschluss zu einer marktbeherrschenden Stellung auf den Berliner Lesermärkten für Abonnement-Tageszeitungen und Stadtillustrierte geführt hätte (siehe Pressemitteilungen des Bundeskartellamtes vom 12.12.2002 bzw. 04.02.2004).
Im Jahre 2005 erwarb die von dem Investor David Montgomery geleitete Mecom Group den Berliner Verlag (Pressemitteilung des Bundeskartellamtes vom 25.11.2005).

In den Jahren 2002 und 2004 hatte das Bundeskartellamt jeweils die Übernahme des Verlags durch die Verlagsgruppe Holtzbrinck untersagt. Im Gegensatz zu der Übernahme durch die Verlagsgruppe M. DuMont Schauberg hätte dieser Zusammenschluss nach Meinung des Bundeskartellamts zu einer marktbeherrschenden Stellung auf dem den Berliner Lesemärkten gesorgt.

Quelle: Pressemitteilung des Bundeskartellamts vom 11.02.2009

Link: http://www.bundeskartellamt.de/wDeutsch/aktuelles/2009_02_11.php

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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