Allgemein

Böhse Onkelz unterliegen im Kampf gegen Tickethändler

Lange Jahre war es ruhig um die frühere Skandal-Rockband Böhse Onkelz. Vor wenigen Monaten haben sie jedoch ihr Comeback angekündigt, was ihre immer noch beachtlich große Fangemeinde zu Jubelstürmen veranlasste. Doch dabei funktioniert nicht alles reibungslos. Nachdem die Comeback-Konzerte auf dem Hockenheim-Ring feststanden, wollten auch gewiefte Ticketkäufer am großen Interesse partizipieren.

Einstweilige Verfügung aufgehoben

Sie verkauften die Tickets unter anderem auf der Auktions-Plattform eBay weiter, was auf großen Unmut bei der 1980 gegründeten Band stieß. Diese beantragten eine Einstweilige Verfügung vor dem Landgericht (LG) Hamburg. Das zunächst erlassene Verkaufsverbot wurde nun nach der mündlichen Verhandlung wieder aufgehoben (Beschluss vom 15.04.14, Az. 312 O 34/14).

Damit steht fest, dass das Comeback der Onkelz unter keinem guten Stern steht. Schon Anfang des Jahres hatte es Unmut über das Ticketprozedere seitens der Fans gegeben. Insgesamt standen für die beiden Konzerte am 20. und 21. Juni 200.000 „normale“ Karten zur Verfügung. Die kosteten 66,50 Euro und waren bereits in weniger als einer Stunde vergriffen. Übrig blieben die Lounge-Tickets, inklusive Catering, Getränken und VIP-Betreuung für 350 Euro. Verständlich, dass die bei den Normalsterblichen deutlich weniger beliebt waren.

Teil eines marktwirtschaftlichen Konzepts

Zwar gingen die Onkelz in der Folge publikumswirksam gegen die Schnellkäufer, welche lediglich weiterveräußern wollten, vor. Die Niederlage vor dem LG Hamburg, dessen Urteilsbegründung noch nicht vorliegt, zeigt aber, dass das nicht mehr als Aktionismus war. Vielmehr sei die Band nur Teil eines marktwirtschaftlichen Konzepts, gegen das hier nicht angegangen werden kann, so die Ansicht der Richter.

Ob die Onkelz Berufung einlegen, dürfte sich nach Urteilszustellung entscheiden.

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertungen, Durchschnitt: 1,00 von 5)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.