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Auflagen bei Zeitschriftenwerbung mit Prominenten auf dem Titelblatt

In Anwendung des Rechtsprechung des BGH stärkt das LG Köln in seinem Urteil vom 13.01.2010 die Rechte von Prominenten vor Ausnutzung zu werblichen Zwecken. Im zu Grunde liegenden Verfahren klagte ein bekannter Schlagersänger gegen die Nutzung seines Bildnisses im Rahmen einer Werbekampagnen für ein Zeitschrift. Der Prominente zierte bereits mehrfach das Titelcover der fraglichen Zeitschrift, die zudem mehrfach über ihn ausführlich berichtete. In der beanstandeten Werbeanzeige hielt ein Model eine tatsächlich erschienene ältere Ausgabe der Zeitschrift aus dem Jahr 2008 in Händen, während durch graphische Elemente im Übrigen der Werbslogan für die Zeitschrift integriert wurde.

Während die Beklagte die Nutzung des Bildnisses durch den Schutz der Eigenwerbung der Presse gerechtfertigt sah, beanstandete das LG Köln hier das die Bildveröffentlichung eines Prominenten, neben dem wirtschaftlichen Motiven, auch einen Informationszweck erfüllen muss. Aufgrund der fehlenden Aktualität, so wie der lediglich auszugsweisen Erkennbarkeit des gesamten Titelbildes, einschließlich der Bildunterschriften, sei dies aber nicht gegeben. Der Informationswert der Anzeige sei somit nicht ersichtlich und der werbliche Charakter der Abbildung des Prominenten klar im Fokus des potentiellen Lesers.

Quelle: Urteil des LG Köln vom 13.01.2010 (AZ.: 28 O 756/09) http://www.justiz.nrw.de/nrwe/lgs/koeln/lg_koeln/j2010/28_O_756_09urteil20100113.html

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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