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Anonymus geht gegen angeblichen Kinderpornografie-Ring mit Online-Pranger vor

Die Hacker-Gruppe Anonymous macht mal wieder mit einer ungewöhnlichen Aktion auf sich aufmerksam. Zielgruppe sind diesmal die Pädophilen. Die Sache ist jedoch rechtlich sehr bedenklich.

Nach einem Bericht unter anderem bei gulli sowie n-tv soll Anonymous gegen einen Online-Tauschring für Kinderpornos einen Hacker-Angriff gestartet haben. Dabei rühmt sich die Organisation, dass sie diese Webseite lahmgelegt habe. Dabei soll es sich um „Die größte Sammlung von Kinderpornografie im Internet“ handeln. Damit gab sich Anonymous aber nicht zufrieden. Die Gruppe veröffentlichte nicht nur die Inhalte, sondern auch die Namen von fast 1.600 Nutzern dieser Webseite.

Mit dieser Aktion dürfte Anonymous in der Öffentlichkeit an Sympathie gewonnen haben. Bedenklich ist jedoch, dass laut Spiegel-Online unter Verweis auf Telepolis gar nicht erwiesen ist, ob die genannten Nutzer wirklich die ihnen vorgeworfenen Taten begangen haben. Und das zumindest spricht gegen diese Art von Lynchjustiz durch Bloßstellung auf einem Online-Pranger. Es darf nicht angehen, dass möglicherweise Unschuldige auf schwere Weise in ihrem allgemeinen Persönlichkeitsrecht verletzt werden. Die Folgen sind kaum wieder gutzumachen. Hierdurch wird auch gegen das Prinzip der Unschuldsvermutung verstoßen, wonach einem Verdächtigen die angeblich begangene Straftat nachgewiesen werden muss-und nicht umgekehrt. Hierbei handelt es sich um einen fundamentalen Grundsatz unserer Verfassung, der auch die Meinungsäußerungsfreiheit einschränkt. Im Übrigen ist auch bezüglich des Hackens der Webseite anzumerken: Nur die staatlichen Strafverfolgungsbehörden sind befugt, gegen den Betreiber und die Nutzer einer derartigen Webseite vorzugehen. Auf Rechtfertigungsgründe könnte sich Anonymous daher – zumindest nach deutschem Recht –  nicht berufen.

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