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Geldautomaten Blackout – Banken haften bei Funktionsstörungen

In der letzten Woche waren in mehreren Bundesländern die Geldautomaten der Sparkasse ausgefallen. Kunden erhielten über mehr als einen halben Tag lang kein Bargeld. Daneben waren auch Kontoauszugsdrucker von dem Defekt betroffen. Dabei haftet die Sparkasse bei Funktionsstörungen im Rahmen ihres Verschuldens.

 In mehreren Bundesländern sind die Sparkassenautomaten lahmgelegt und ausgefallen. Grund dafür ist eine technische Panne in einem Rechenzentrum der Sparkasse. Offensichtlich sind die Bundesländer Rheinland-Pfalz, das Saarland, Baden-Württemberg, der Sparkassenverband Rheinland sowie Bremen betroffen. Das ließ ein Sprecher des Sparkassenunternehmens Finanz Informatik in Frankfurt mitteilen. In diesen Regionen betreut der zeFullSizeRenderntrale IT-Dienstleister der Sparkassen alleine insgesamt 117 Institute.

Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker der Sparkassen betroffen

Nicht nur die Geldautomaten funktionierten nicht, auch Kontoauszugsdrucker waren von dem Defekt betroffen. Auch der Umfang der Ausfälle schwankte. Einzelne Institute waren demnach überhaupt nicht beeinträchtigt. Zwar arbeite man intensiv an einer Behebung des Problems, wie lange die Ausfälle andauern, konnte jedoch lange Zeit nicht gesagt werden.
Allerdings, so die Information, sei die Zahlung mit EC- oder Kreditkarten im Handel weiterhin ebenso möglich wie das Online-Banking. Auch kann an anderen Geldautomaten anderer Kreditinstitute Geld abgehoben werden. Hierfür werden allerdings dann Gebühren fällig.

Sparkasse haftet bei Funktionsstörungen

Gemäß den AGB der Sparkasse haftet sie nicht für Schäden, die durch Störung ihres Betriebs, insbesondere infolge von höherer Gewalt sowie infolge von sonstigen, von ihr nicht zu vertretenden Vorkommnissen verursacht sind oder die durch Verfügungen von hoher Hand des In- und Auslands eintreten.

Allerdings haftet die Sparkasse bei Funktionsstörungen sehr wohl im Rahmen ihres Verschuldens. Sollte die Bank bei der aktuellen Störung also ein Verschulden treffen, so könnten Kunden z.B. entstandene Gebühren, die durch Abhebung an einem Automaten einer anderen Bank während der Ausfall-Zeit entstanden sind, womöglich ersetzt verlangen. Für die Folgen verschuldeter Leistungsstörungen haftet die Bank nach den allgemeinen Schadensersatzregeln der §§ 280 ff. BGB. Nach allgemeinen Regeln muss der Kunde darlegen und gegebenenfalls beweisen, dass ihm ein Schaden entstanden ist und eine Pflichtverletzung der Bank vorliegt. (TOS)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (1)

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  1. Buddy sagt:

    Hab ich auch schon erlebt. Vor allem ist es dann nicht mehr hinzunehmen, wenn bei der selben Bank die Auszahlung am Automaten kostenlos ist aber am Schalter Gebühren verlangt werden. Und die wollten die netten Schalter-Mitarbeiter natürlich trotzdem haben, denn sie könnten ja schließlich nichts dafür und auch nichts ändern und blablabla.
    Aber was nützt es mir, wenn ich die Gebühren später zurückverlangen kann? NICHTS! Nur Aufwand und Zeitverschwendung. Komplizierter gehts wieder nicht.
    Dann warte ich eben doch lieber oder such mir auf dem Weg eine andere Filiale, als noch ewig mit allen zu diskutieren. Es muß doch schließlich alles so schön kompliziert sein im Leben.

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