Abmahnung Filesharing

Musiktauschbörsen: Kazaa wieder da – jetzt mit legalem Angebot

Die seinerzeit illegale Tauschbörse Kazaa geht jetzt legal und kostenpflichtig erneut an den Start: über eine Smartphone – App.

Die Musiktauschbörse Kazaa verschwand vom Markt, als die Musikindustrie deren Software angriff und sie wegen eigener Umsatzeinbußen verantwortlich machte – Nutzer und Verbreiter des Programms wurden seinerzeit verklagt, der Anbieter musste „schliessen“.

Jetzt kehrt Kazaa mit einem neuen Geschäftsmodell zurück. Als Musik-Streamingdienst will er an alte Erfolge anknüpfen – und Kazaa hat sich zuvor mit der Musikindustrie ins Benehmen gesetzt.

Jetzt verfügt der Anbieter über Lizenzen, um künftig Musiktitel per iPhone – App zu vertreiben. Die App ist kostenlos, aber um die Musik hören zu können, muss ein kostenpflichtiges Abo abgeschlossen werden. Laut heute.de kann für zehn US-Dollar Kazaa-Nutzer unbegrenzt Musik hören, da mit der Zahlung der Zugriff auf die Millionen von Songs möglich ist. Die Musik wird über das Internet auf die Handys gestreamt, allerdings kommt die Kazaa-App für Android – Modelle erst noch auf den Markt – laut heute.de in den nächsten Wochen.

Für Deutsche App – Begeisterte gibt es aber keine guten Nachrichten: Kazaa verfügt für Deutschland über keine Lizenzen, so dass die App zurzeit nur in den USA vertrieben wird, wo Kazaa mit Konkurrenten wie Spotify und Rdio zu kämpfen hat.

Derweil stehen die ehemalige Kazaa – Nutzer immer noch vor Gericht. Man erinnere sich an Joel Tenenbaum, der vor ca. sieben Jahren wegen über dreißig heruntergeladenen Songs von der US – Musikindustrie abgemahnt worden war. Tenenbaum gestand, wehrte sich aber gegen die exorbitanten Schadensersatzforderungen in Höhe von u. a. 22.500 pro heruntergeladenem Song. Noch wird darüber vor Gericht gestritten.

Währenddessen ist Napster immer weitergereicht – lesen Sie dazu den folgenden Artikel:

Musiktauschbörse Napster wechselt erneut den Besitzer.

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Allgemeine Informationen zum Thema Filesharing finden Sie auch hier: Abmahnung Filesharing

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (3)

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  1. Andrea sagt:

    hallo Herr Rechtsanwalt Solmecke,

    da ich lese, dass diese App vorläufig nur Lizenzen in den USA hat, frage ich mich irgendwie schon das hier: warum werden wir europäischen Nutzer erneut ausgesperrt?? Warum darf man Kazaa nicht auch legal in Europa nutzen??

    Welche Hinderungsgründe sprechen da dagegen??

    Für eine Aufklrung wäre ich dankbar.

    Gruß
    Andrea

    • Hallo Andrea,
      das liegt daran, dass die Firma Kazaa selbst darüber entscheidet, mit wem sie Verträge schliesst und die Lizenzvergabe lief eben jetzt erst einmal nur mit US-Firmen. Das ist u.E. der Hintergrund, wieso die Nutzer in Deutschland im Moment noch das Nachsehen haben. Das kann sich aber noch ändern. Wir berichten.

  2. Andrea sagt:

    Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Solmecke,

    sehr vielen Dank für Ihre Antwort. Ich wusste nicht, dass diese Firma KaZaa selbst die Verträge mit diesen Firmen schließt. Dank hier für die Aufklärung. Denn ich hatte gelesen, dass – angeblich – Probleme mit unserem Urheberrecht hier in Deutschland mit ein Hinderungsgrund für dieses Aussperren von uns europäischen Usern sein soll. Und ein weiterer Grund soll auch sein, dass noch sehr viele ehemalige Nutzer von KaZaa vor Gericht stünden, deren Fälle noch nicht abschließend beendet seien.

    Bitte bleiben Sie an diesem Fall dran. Denn wenn wirklich unser Urheberrecht mit ein Grund sein sollte, was diese Firma hintert, dann wäre es sehr gut, wenn Sie unserer Politik mal vorschläge für ein moderneres Urheberrecht inklusive der bereits vorgeschlagenen Kulturflatrate (die auch ich befürworte) machen würden.

    Denn so wie bisher kann es doch nicht weitergehen. Einerseits zahlen wir fünnfach Gebühren für die Nutzung von Mediendiensten:

    1. GEZ
    2. private TV-Anbieter (Telekom/Kabel-Deuschland/Freenet/andere)
    3. Gebühren an die Landesmedienanstalten
    4. Gebühren an die Internet-Provider (Telekom/Kabel-Deutschland/Freenet/O2/Vodafone/andere)
    5. Gebühren beim Kauf von Rohlingen und usb-Sticks

    Von daher wäre es schön, wenn unsere Medienanstalten endlich mal für diese fünffach-Gebühr hier langsam mal eine gegenleistung bieten würden, anstatt uns User abzumahnen für Downloads.

    Und was auch nicht schön ist, ist dass wir europäische User durch dieses Nichtvorhandensein/Nichtnutzbarkeit von legalgen Angeboten hier in Europa dadurch praktisch in die Illegalität getrieben werden. Das kann doch keine Zukunft sein, oder??
    Wie Sehen Sie die Chancen, dass wir irgendwann hier ein neues moderneres Urheberrecht in unseren Land und im gesamten Europa erhalten??

    Liebe Grüße
    ihre Userin
    Andrea

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