Abmahnung Filesharing

Streamripping von Plattformen wie YouTube & Co. legal?

Viele Nutzer laden Musikvideos von Streaming Plattformen wie YouTube, Spotify oder Deezer mittels Streamripping auf ihren Rechner. Doch ist dies überhaupt erlaubt?

Streamripping von Plattformen wie YouTube & Co. legal? © Benjamin-Duda-Fotolia

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Was ist unter Streamripping zu verstehen?

Nicht jeder Nutzer begnügt sich mit dem Anschauen von Musikvideos oder auch Filmen auf Streaming-Portalen. Manche möchten es gerne auf ihrem Rechner zur Verfügung haben. Dazu greifen sie auf Streamripping zurück. Hierzu wandeln sie das begehrte Video mittels eines Converters in eine MP3 oder MP4 Datei um. Diese downloaden sie dann auf Ihren Rechner oder ihr Smartphone. So etwas ist etwa mit Youtube-mp3.org, Share-tube.eu oder wondershare möglich.

Stellt Streamripping eine Urheberrechtsverletzung dar?

Ob der Download von Musik aus Streaming Plattformen eine Urheberrechtsverletzung darstellt, ist durch die Gerichte noch nicht geklärt. Zumindest der besonders beliebte private Download aus YouTube ist jedoch unbedenklich. Denn er ist vom Recht auf Privatkopie nach § 53 UrhG gedeckt. Demgegenüber können sich Nutzer nicht auf eine Privatkopie berufen, wenn die Musik aus einer offensichtlich illegalen Quelle stammt. Hiervon ist jedoch zumindest bei YouTube nicht auszugehen. Ebenso wenig darf ein Kopierschutz geknackt werden. Diesen gibt es jedenfalls bei YouTube nicht.

Fazit:

Nutzer sollten am besten nur Musik von YouTube mittels Streamripping herunterladen. Vor allem sollten sie darauf achten, dass sie nicht aus Versehen Musik von einer Filesharing-Plattform herunterladen. Denn hier begehen sie auf jeden Fall eine Urheberrechtsverletzung. Sie müssen dann mit einer teuren Abmahnung wegen Filesharing rechnen. Hierzu gehören auch Popcorn Time und IsoPlex. Im Falle einer Abmahnung sollten sich Nutzer an einen Rechtsanwalt oder eine Verbraucherzentrale wenden.(HAB)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (1)

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  1. Johannes Braun sagt:

    §108b UrhG sagt, dass Verstöße gegen das Verbot der Umgehung eines wirksamen Kopierschutzes (95a) nur dann bestraft werden, „wenn die Tat nicht ausschließlich zum eigenen privaten Gebrauch des Täters oder mit dem Täter persönlich verbundener Personen erfolgt oder sich auf einen derartigen Gebrauch bezieht“. Das erscheint mir eindeutig: beim privaten Gebrauch inkl. Vervielfältigung im Kreis der Familie & Freunde wäre Streamripping also zwar immer noch gesetzlich verboten, aber nicht strafbewehrt.

    Die Frage ist auch, ob z.B. ein Netflix-Stream bereits ein wirksamer Kopierschutz ist. Lt. §95a müsste das der Fall sein, da der Paragraph folgendes enthält: „einen Mechanismus zur Kontrolle der Vervielfältigung“. Ein Stream ist eine alternative „Technologie“ (statt des Downloads von zusammenhängenden Dateien), damit Nutzer „im normalen Betrieb“ keine Möglichkeit haben, mit der verfügbaren Copy/Paste-Funktionalität eines Betriebssystems Kopien der Werke zu erstellen. Demzufolge ist ein Stream dazu geeignet, das Kopieren von Werken „im Normalbetrieb“ wirksam zu verhindern, sollte also unter §95a fallen.

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