Abmahnung Filesharing

Schweden: 5 € pro Song für Filesharing über Tauschbörse im Internet

Ein Gericht im schwedischen Uppsala hat den Nutzer einer Tauschbörse für das illegale Verbreiten von Musik über eine Tauschbörse zum Schadensersatz verurteilt. Nach Ansicht der Richter ist für die Musikindustrie nur ein geringfügiger Schaden entstanden. Dieses Urteil sollte für deutsche Gerichte ein Vorbild sein.


Wer in Deutschland beim Filesharing von Musik und Filmen erwischt wird, muss mit einer teuren Abmahnung rechnen. Wenn die Sache vor Gericht kommt, wird die Sache meistens besonders kostspielig.

Umso interessanter ist ein Fall aus Schweden. Nach einem Beitrag im Online-Magazin gulli hat sich folgendes zugetragen: Ein schwedischer Filesharer soll über eine Tauschbörse 44 Musikstücke verbreitet haben und wurde dafür von der Musikindustrie (IFPI) verklagt. Diese forderte für die Verletzung von Urheberrechten Schadensersatz.

Das Gericht in Uppsala verurteilte den Tauschbörsennutzer lediglich zum Schadensersatz in Höhe von insgesamt ungefähr 229 €. Pro Song muss demnach nur etwa 5 € Schadensersatz gezahlt werden. Dieses Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Dieses Urteil ist begrüßenswert. Viele deutsche Richter verlassen sich hinsichtlich der Schadenshöhe zu sehr auf die Musikindustrie, ohne sich ein eigenes Bild zu machen. Die rechtliche Beurteilung hängt neben der Aktualität des Songs sehr davon ab, vor welchem Gericht man von dem Rechtsinhaber verklagt wird.

Den Beitrag können Sie hier abrufen.

Wie die rechtliche Situation in Deutschland aussieht, können Sie unserem Filesharing-Spezial entnehmen. Hier gibt es unter anderem einen ausführlichen Ratgeber für abgemahnte Tauschbörsennutzer.

Auf Wunsch stehen wir auch gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (3)

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  1. Thomas sagt:

    Solch eine Regelung wäre auch in Deutschland wünschenswert, da ich die bisherigen Geldstrafen viel zu hoch finde.
    PS: „Umso interessanter ist ein Fall aus Schaden.“ Sollte wohl Schweden heissen.

  2. Uwe Leja sagt:

    mein Anschluß wurde von den Banditen, der Promedia Ermittelt, sodaß ich Post von Zimmermann und Decker, bzw. Rasch bekam! bei Zimmermann und Decker hatte ich die erklärung zurück geschickt, aber danach einen Brief hinterher, mit nem Widerspruch, wenn ich lese daß der BGH für einfache Fälle, RA kosten von 100 Euro festlegt, ist das pure abzocke, in hinblick darauf, daß die Filesharing Seiten noch dazu genutzt werden, um ans große Geld zu kommen, wenn nicht sogar die sog.Chartcontainer von Promedia selbst eingestellt werden! Was mir besonders Negativ auffällt, daß Rasch und Promedia, ein und derselbe Haufen sind!
    wenns nach mir ginge, würde ich eine Interessengemeinschaft gründen, in der Spenden gesammelt werden, damit man im großen Stil , mit Anwälten wie Solmecke und Co,gegen die Abzocker vorgehen kann!
    Natürlich soll den rechteinhabern, ihr recht auch zustehen, aber dann sollte es auch gerecht sein und nicht so

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