Abmahnung Filesharing

Redtube-Nutzer können gegen U+C Anspruch auf Schadensersatz haben

Die Abmahnwelle der Kanzlei Urmann & Collegen (U+C) im Redtube-Fall könnte jetzt nach hinten losgehen. Möglicherweise können die zu Unrecht wegen einer angeblich begangenen Urheberrechtsverletzung abgemahnten-Nutzer gegen diese Kanzlei vorgehen.

  Redtube-Nutzer können gegen U+C Anspruch auf Schadensersatz haben  © Benjamin-Duda-Fotolia

Redtube-Nutzer können gegen U+C Anspruch auf Schadensersatz haben © Benjamin-Duda-Fotolia

Ursprünglich hatte U+C im Auftrage von der The Archive AG Nutzer von der Internetplattform Redtube abgemahnt, die Pornofilme angeklickt hatten.

Heikel daran war, dass die Redtube Abmahnungen gar nicht hätten erfolgen dürfen. Die Kanzlei Urmann & Collegen war an die Daten der Abgemahnten nur gekommen, weil sie im Rahmen der gerichtlichen Auskunftsverfahren von illegalen Downloads urheberrechtlich geschützter Dateien gesprochen hatten. Folglich gingen die Richter des Landgerichtes Köln irrtümlich davon aus, dass es in dem Redtube-Fall um Urheberrechtsverletzungen durch Filesharing gehen würde. In Wirklichkeit ging es jedoch nur um das Anschauen von urheberrechtlich geschützten Filmen im Wege des sogenannten Streamings. Zweifelhaft ist jedoch, ob durch das bloße Streaming eine Urheberrechtsverletzung begangen wird. Das Landgericht Köln hat aufgrund der eingelegten Beschwerde mittlerweile die ursprünglich ergangenen Auskunftsbeschlüsse in Kenntnis des wahren Sachverhaltes mit Beschluss vom 24.01.2014 aufgehoben (Az. 209 O 188/13).

Für die Kanzlei U+C war meine Erachtens gut erkennbar, dass der ursprünglich erlangte Auskunftsanspruch mangels Vorliegen der Voraussetzungen des § 101 Abs. 9 S.1 UrhG nicht hätte ergehen dürfen. Aufgrund dessen kommt hier nach unserer Auffassung ein Anspruch auf Schadensersatz gegen die Kanzlei U+C in Betracht. Diese Auffassung vertreten auch Verbraucherschützer. Derzeit ist ein Verfahren vor dem Amtsgericht Regensburg anhängig, in dem diese Frage geklärt werden soll.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (3)

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  1. Rene sagt:

    Es ist und bleibt ein Skandal, das die verantwortlichen Rechtsanwälte, Daniel Sebastian und Urmann ohne großen Konsequenzen bleiben werden.

    Schadenersatz ? Ja klar, ich sage nur es ist eine GmbH. Also mit beschränkter Haftung.

  2. Leser sagt:

    Nachdem es ja in den letzten Wochen erstaunlich ruhig um diesen Fall geworden ist, ist es gut wieder davon was zu lesen. Um so besser noch das der Schuß von U&C vlt nach hinten los geht was sehr zu wünschen wäre. Gibt es eigentlich generell neues zu dem Thema wie z.B. ihre Strafanzeige oder wieviele Personen einschpruch etc. gegen den Auskunftsbeschluss eingelegt haben? Wäre schön mal ein Update zu bekommen

  3. Mathias sagt:

    Herr Urmann würde jetzt sagen, er habe doch „nur“ die Abmahnungen verschickt. Die Auskunftsbeschlüsse hat doch Herr RA Daniel Sebastian erwirkt.
    Aber das ändert vielleicht auch nichts an dem was im letzten Absatz des Artikels steht.

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