Abmahnung Filesharing

Powerpoint-Präsentation gewährt Einblick in das Geschäft mit den Filesharing-Abmahnungen?

Im Internet ist zurzeit eine Powerpoint-Präsentation zugänglich, in der Vorgehensweise und Geschäftsmodell einer bekannten deutschen Copyright-Enforcement Agency beschrieben werden. Die Präsentation soll angeblich durch das Unternehmen selbst verfasst worden sein. Die Herkunft der Präsentation wurde jedoch bisher nicht von offizieller Seite bestätigt. Die Powerpoint-Präsentation wirft vor allem Fragen im Hinblick auf die Berechnung der im Rahmen einer solchen Abmahnung regelmäßig geforderten Anwaltskosten auf. Insbesondere steht der Verdacht im Raum, dass es sich bei einer Vielzahl der im Rahmen von Abmahnungen geforderten Anwaltskosten lediglich um „fiktiv“ berechnete Beträge handeln könnte. Das würde bedeuten, dass die in den betreffenden Abmahnungen behaupteten Kosten der Rechtsverfolgung dem Auftraggeber von seinem Rechtsanwalt tatsächlich so niemals in Rechnung gestellt worden wären. Stattdessen würden in solchen Fällen zwischen Auftrageber und Rechtsanwalt Honorarvereinbarungen getroffen werden, die deutlich unter dem von den Abgemahnten verlangten Betrag liegen dürften. Eine solche Vorgehensweise dürfte insbesondere dann gegen die berufsrechtlichen Regelungen der Anwaltschaft verstoßen, wenn gegenüber dem Abgemahnten nicht erwähnt wird, dass es sich bei den verlangten Anwaltsgebühren lediglich um fiktive Kosten handelt.

(Quelle: PaLAWa, Webblog von RA Alexander Schulz, LL.M.).

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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