Abmahnung Filesharing

LimeWire: Musikindustrie profitiert vom Filesharing

Der wegen einer Urheberrechtsverletzung verurteilte Internet Tauschbörse LimeWire stellt infrage, dass der Musikwirtschaft durch Filesharing überhaupt ein Schaden entsteht. Nach Ansicht dieser Organisation profitiert sie sogar davon. Eine provokative These für die Musikindustrie, deren Erhebungen alles andere als sicher sind.


Ein amerikanisches Gericht hatte im Jahr 2010 festgestellt, dass die Tauschbörse LimeWire Schadensersatz zahlen muss, weil sie angeblich ihren Nutzern das Filesharing ermöglicht und sogar dazu angeleitet haben soll. Aus diesem Grunde wurde auch die Abschaltung dieses Dienstes angeordnet. Ob die von der Musikindustrie verlangte Schadensersatzforderung in Höhe von einer Milliarde US-Dollar wirklich berechtigt ist, hat das das Gericht in Manhattan allerdings noch nicht entschieden. Im Rahmen dieses Verfahrens möchte LimeWire nachweisen, dass die Schadensberechnungen der amerikanischen Musikwirtschaft jeglicher Grundlage entbehren. Die Organisation geht nach einem Bericht im Online-Magazin gulli vom 06.03.2011 sogar noch weiter: Nach ihrer Ansicht soll sie sogar Nutznießer von der illegalen Verbreitung von urheberechtlich geschützten Musikstücken über die Server von Tauschbörsen sein, weil dadurch mehr Menschen auf sie aufmerksam würden. Dadurch würden die Verkaufszahlen steigen.

 

Man darf gespannt sein, um was für Beweise es sich handelt und wie das Gericht hinsichtlich der Höhe des zu leistenden Schadensersatzes entscheiden wird. Fest steht jedenfalls, dass sich viele Gerichte allzu sehr auf die Angaben der Rechteinhaber verlassen. Und das, obwohl der amerikanische Rechnungshof bereits vor einem Jahr die Angaben der US-Musikwirtschaft zu angeblichen Umsatzeinbußen durch Filesharing erheblich infrage gestellt hat. Darüber wurde unter anderem in der Online-Ausgabe der Zeit vom 15.04.2010 berichtet. Aufgrund dessen muss sich auch die deutsche Musikindustrie die Frage gefallen lassen, wie sie zu ihren Zahlen kommt. Beispielsweise behauptet der Bundesverband der Musikindustrie, dass durch Filesharing jedes Jahr ein Schaden in dreistelliger Millionenhöhe entstehen würde.

 

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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