Abmahnung Filesharing

Filesharing: 222.000 Dollar Strafe für 24 geschützte Lieder

Das unerlaubte Verbreiten von mehreren urheberrechtlich geschützten Songs über Tauschbörsen im Internet kann schnell teuer werden. Diese Erfahrung musste jetzt eine Nutzerin aus den USA machen.

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Nach aktuellen Meldungen in den Medien hatte eine US- Nutzerin 24 urheberrechtlich geschützte Songs über die Tauschbörse Kazaa auf den PC geladen und anscheinend von dort aus im Internet verbreitet. Insgesamt 6 Rechteinhaber gingen deshalb gegen sie vor und verklagten sie schließlich. Die Nutzerin wurde daraufhin zur Entrichtung einer Geldstrafe in Höhe von insgesamt 222.000 Dollar verurteilt. Hiergegen möchte die mutmaßliche Filesharerin vorgehen und rief das amerikanische Verfassungsgericht – Surpreme Court – an.

 

Abzuwarten bleibt, inwieweit das Gericht die Beschwerde überhaupt zur Entscheidung annimmt. Bedenklich ist die Reaktion der US-Regierung. Diese soll erklärt haben, dass sie diese Strafe angemessen findet. Es bestünden angeblich keine Bedenken im Hinblick auf die Verhältnismäßigkeit.

 

Dieser Fall zeigt wieder einmal, dass die Musikindustrie jedes Augenmaß verloren hat. Wer in Deutschland wegen einer angeblich begangenen Urheberrechtsverletzung durch Filesharing abgemahnt worden ist, sollte sich auf jeden Fall beraten lassen. Die Abgemahnten sollten keinesfalls übereilt eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgeben und die im Vergleichsvorschlag geforderte Summe zahlen- auch wenn diese vergleichsweise moderat klingt.

 

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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