Abmahnung Filesharing

AG Hamburg: Filesharer muss 2.500 Euro Schadensersatz zahlen

Wer über Tauschbörsen im Internet illegal ein urheberrechtlich geschütztes Musikalbum verbreitet, muss mit einer kostspieligen Abmahnung sowie mit der Geltendmachung mit hohen Schadensersatz Forderungen rechnen. Dies gilt auch dann, wenn die Anzahl der Downloads ungewiss ist. Dies ergibt sich aus einer Entscheidung des Amtsgerichtes Hamburg.

Vorliegend hatte der Betroffene ein Musikalbum mit insgesamt 11 Musikstücken illegal über eine Online Tauschbörse verbreitet. Daraufhin erhielt er von dem Rechteinhaber eine Abmahnung wegen einer Urheberrechtsverletzung durch Filesharing und wurde schließlich auf Ersatz der Abmahnkosten sowie auf Schadensersatz verklagt.

Hierzu entschied das Amtsgericht Hamburg mit Urteil vom 30.04.2012 (Az. 36a C 479/11), dass der Nutzer neben den Abmahnkosten in Höhe von 1.400 € Schadensersatz in Höhe von insgesamt 2.500 € zahlen muss. Interessanterweise zogen die Richter hier nicht zur Schadensberechnung die GEMA Tarife heran. Nach ihrer Ansicht ist zu bedenken, dass die Anzahl der Downloads nicht kontrolliert werden können. Darüber hinaus sei zu berücksichtigen, dass heruntergeladene Dateien gewöhnlich wiederum zum Abruf bereit gehalten werden. Von daher ist nach Auffassung des Gerichtes dieser hohe Schadensersatzanspruch gerechtfertigt.

Wer eine Abmahnung wegen einer angeblich begangenen Urheberrechtsverletzung begangen hat, sollte sich unbedingt einen Rechtsanwalt wenden. Nicht immer darf der Rechteinhaber vom Anschlussinhaber außer den Abmahnkosten auch Schadensersatz fordern. Dies ist vor allem dann bedenklich, weil außer dem Anschlussinhaber noch weitere Personen wie nahe Angriffe Zugriff auf den Internetanschluss haben. Darüber hinaus richtet sich die Höhe des Schadensersatzanspruches nach den Umständen des Einzelfalls. Eine große Rolle spielt unter anderem, wie aktuell die verbreiteten Songs sind. Darüber hinaus hängt die Beurteilung auch davon ab, vor welchem Gericht die Rechtsinhaber klagen. Gerade die Richter in Hamburg fällen oft strenge Entscheidungen.

Nähere Informationen können Sie unserem „Filesharing-Spezial“ entnehmen:

Filesharing Spezial- Übersicht über unser gesamtes Internetangebot

Darüber hinaus sind sicherlich die folgenden Beiträge für Sie interessant:

AG Hamburg: Filesharer muss 2.250 € Schadenersatz für das Verbreiten eines Musikalbums zahlen

Filesharer wird von US-Gericht zu über 60.000 Dollar Schadenersatz verurteilt

BJM: Kosten für Filesharing-Abmahnungen sollen erheblich reduziert werden

OLG Köln reduziert den Streitwert für das Anbieten eines Musiktitels auf 3.000 €

LG Frankfurt legt für Filesharing über Tauschbörse einen Streitwert von 300.000 Euro zugrunde

Filesharing: Mathematische Zweifel an des Ermittlungsvorgängen

Gesetzesentwurf zur Vorratsdatenspeicherung führt zur Filesharing-Abmahnwelle

Tauschbörsen-Fall landet vor dem Bundesverfassungsgericht – Wann haftet ein Internet-Anschlussinhaber für Dritte?

Kein Computer, kein WLAN – Trotzdem muss Rentnerin Abmahnkosten wegen Filesharing tragen

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben | Trackback URL

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben:
×