Abmahnung Filesharing

Bearshare & Co. – zu den aktuellen Problemen des Filesharings

Von Rechtsanwalt Christian Solmecke

Überlastete Staatsanwaltschaften, verängstigte Eltern, weinende Kinder: Filesharing im Jahr 2007. Noch nie hat es ein größeres Massenstrafverfahren in Deutschland gegeben, noch nie sind so viele Jugendliche ins Visier von staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen geraten wie in diesem Jahr. Auslöser der Misere, die deutsche Musikindustrie und ihr Rechtsanwalt Clemens Rasch.

Die Musikindustrie ist ohnmächtig : Durch Tauschbörsen im Internet entsteht ihr angeblich ein Millionenschaden. Studien aus Harvard beweisen allerdings das Gegenteil. Als es noch keine P2P Tauschbörsen gab, war das vorgehen einfach: Der Verursacher wurde ermittelt und dingfest gemacht. Jetzt aber gibt es tausende von Verursacher, alle ohne böse Absicht, aber in der Summe bieten sie Millionen von Musikstücken zum Download an. Direkt von Kinderzimmer zu Kinderzimmer. Ein Großteil der Jugendlichen nutzten diese Tauschbörsen und kommen als potentielle Täger in Betracht.
Die Konsequenz: 25.000 Strafanzeigen seit Januar 2007 und täglich werden es mehr. Unbescholtene Bürger sehen sich plötzlich mit Hausdurchsuchungen konfrontiert. Da die Delinquenten täglich eine neue IP-Adresse zugeteilt bekommen, stehen sie teilweise bis zu 7 parallel laufenden Strafverfahren gegenüber.

Die Staatsanwaltschaften, die hier nur als Vehikel dienen, um die echte Adresse der Filesharer zu ermitteln, ächzen. Jede Anfrage einer IP Adresse belastet ihr Budget mit 30 €. Die Aktenberge stapeln sich, wirklich wichtige Fälle bleiben liegen. Da sei einmal die Frage erlaubt, wer hier den größeren Schaden anrichtet. Die Kinder und Jugendlichen, die statt Kassetten nun modernste Techniken zum Tausch von Musik verwenden oder die Musikindustrie, die mit Ihrem Vorgehen die Strafverfolgungsbehörden blockiert.

Die Staatsanwaltschaften wissen sich mittlerweile nicht mehr zu helfen und stellen nahezu alle Verfahren konsequent ein. Doch für die Betroffenen kommt das dicke Ende erst noch. Im Zivilverfahren sollen sie zwischen 3.000 € und 20.000 € zahlen. Die Schadensberechnung wirft viele juristische Fragen auf. Doch etliche zahlen – aus Angst vor den angedrohten höheren Kosten.

Mit ihrem drakonischen Vorgehen bedroht die Musikindustrie derzeit Existenzen und vergrault die Käufer von morgen…

Sind Sie betroffen oder haben Sie Fragen zum Thema Filesharing, dann nehmen Sie mit Rechtsanwalt Christian Solmecke telefonisch Kontakt auf: 0221 / 951 563 0 (Beratung bundesweit).

Weitere Informationen zum Thema:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)