Abmahnung U + C Rechtsanwälte

Die zweite Redtube Abmahnwelle – Gerücht oder Realität?

Zahlreiche Medien berichten über eine bevorstehende zweite Abmahnwelle durch die Kanzlei U+C. Herr Urmann soll in einem Interview gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung angedeutet hat, dass nächste Woche wieder neue Abmahnungen verschickt werden. Er gab an, dass es „nächste Woche wieder stressig werde“.

 

Wir halten diese Aussage für reine Panikmache. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine zweite Abmahnwelle auf die Streaming Nutzer zukommt, ist sehr gering. Urmann kann nach derzeitiger Lage nicht mehr behaupten, dass er im Hinblick auf die Gewinnung der IP Adressen gutgläubig ist und von der Rechtmäßigkeit der Abmahnungen ausgeht. Eine aktive weitere Mitwirkung der Kanzlei U+C in den Abmahnfällen ist somit, unserer Ansicht nach, im Augenblick nicht zu erwarten. Aus dem gleichen Grund wird es in naher Zukunft auch keine weiteren Streaming-Abmahnungen geben.

Die vor einigen Wochen verschickten Redtube Abmahnungen sind aus folgenden drei  Gründen mit hoher Wahrscheinlichkeit rechtswidrig:

1)      Rechteinhaber The Archive AG verfügt vermutlich gar nicht über die erforderlichen Urheberrechte

Sollte sich herausstellen, dass der Abmahner über die erforderlichen Rechte gar nicht verfügt, wäre den Abmahnungen ohnehin jegliche Grundlage entzogen. Auf die zweifelhafte Ermittlung der IP-Adressen und die umstrittene Frage nach der urheberrechtlichen Bewertung des Streaming würde es dann nicht mehr ankommen. Mehr dazu hier: Abmahner ohne die erforderlichen Rechte

2)      Auskunftsbeschlüsse vermutlich fehlerhaft

Zwei Zivilkammern des LG Köln hatten bereits die Anträge als zu ungenau qualifiziert und abgelehnt. Es sind bereits einige Beschwerden gegen die ergangenen Auskunftsbeschlüsse eingelegt worden. Wir sind zuversichtlich, dass diese erfolgreich sein werden. Hier können Betroffene unsere kostenlose Musterbeschwerde herunterladen: Musterbeschwerde

3)      Es wird wegen Streaming abgemahnt

Das Streaming stellt nach unserer Rechtsauffassung keine rechtswidrige Handlung dar. Hier greift die Ausnahme des §44a UrhG ein. Schließlich handelt es sich bei Redtube nicht um eine offensichtlich illegale Webseite, sodass unabhängig von der rechtlichen Wertung des Streamings hier ohnehin eine private Kopie erstellt werden dürfte. (Vgl. §53 UrhG). Erst kürzlich hat das Justizministerium sich ebenfalls zum Thema Streaming geäußert und ist zu dem Schluss gekommen, dass das Streaming keine Urheberrechtsverletzung darstellt.

Was tun, für den unwahrscheinlichen Fall, dass doch neue Redtube Abmahnungen kommen?

Auf keinen Fall sollte eine Unterlassungserklärung abgegeben werden. Auch keine modifizierte, denn damit verpflichtet man sich für die nächsten Jahre, die entsprechenden Filme nicht mehr ohne Genehmigung des Rechteinhabers anzuschauen. Zusätzlich sind die Erklärungen so formuliert, dass sie ein Schuldeingeständnis darstellen.

Betroffene sollte auf die Abmahnung mit einem Widerspruch reagieren. Der Zahlungsaufforderung sollte nicht nachgekommen werden.

Weitere Informationen und Hilfe zu Abmahnungen von U C Rechtsanwälte finden Sie hier:
U C Rechtsanwälte.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (57)

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  1. Frank sagt:

    Herr Solmecke,
    vielen Dank für Ihre Stellungnahme/Einschätzung.

    Das bezieht sich aber nur auf Abmahnungen, die „the Archive AG“ als Rechteinhaber, ITGuards mit deren Software und Redtube (sofern U+C die e.V. aus hebeln können) beziehen.

    Sollten andere Rechteinhaber, ein anderes Portal, eine andere Software im Spiel sein, wäre alles wieder beim Stand von Anfang Dezember.
    Dann müsste wieder geschaut werden, wie man an die IPs gekommen ist, usw…

    Somit bleibt die möglichst schnelle rechtliche Klärung des Streamens ganz oben auf der todo-Liste.

  2. Conrad [Mobile] sagt:

    Jetzt wo Richter auch zu der Erkenntnis gekommen sind das Streaming nicht illegal ist, macht Urmann weiter… Lehnt er sich nicht zu weit aus dem Fenster? Langsam gehe ich davon aus das er nicht mehr juristisch denkt. Geld ist die Sache die ihn antreibt nicht die Hingabe zu seinem Beruf, wie es bei Herrn Solmecke der Fall ist.

  3. musicmanpiezo sagt:

    Wieso fühlt sich Herr Urmann immer noch so sicher? Als ob ihm niemand etwas anhaben könnte? Realitätsverlust oder mafiöse Strukturen in der Justiz?

    @ Frank: Es kann sich ja nur um andere Rechteinhaber und/oder Plattformen handeln, es wurde doch eine einstweilige Verfügung gegen The Archive AG in Bezug auf Redtube-Abmahnungen erlassen. Dagegen wird Herr Urmann wohl kaum verstoßen…oder?!

  4. Rene sagt:

    Es ist deshalb kein Gerücht, da dieser Artikel wirklich existiert und zwar hier:

    http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/oberpfalz-bayern/artikel/anzeige-urmann-gibt-sich-gelassen/1003108/anzeige-urmann-gibt-sich-gelassen.html

    Er wird weiter abmahnen, da bin ich mir sicher, wenn nicht bei Redtube, dann bei anderen Portalen.

    Mit anderen Mandanten.

    Es ist für dieses Land eine Schande, das der Gesetzgeber uns hier im Stich lässt.

    Mich würde mal Interessieren ob das LG Köln diese Auskunftsbeschlüsse nicht dem EuGH vorlegen kann. Um schnellst möglich klären zu lassen ob Streaming Legal ist oder nicht.

    Ist das Juristisch möglich ? Würde mich Interessieren

  5. Karsten sagt:

    Er könnte grds. bei anderen Portalen abmahnen, aber dafür müsste er die Auskunftsbeschlüsse bereits vorliegen haben, das er bestimmt in bspw. Köln wohl keine neuen mehr bekommt. Dass hieße wiederum, dass diese genauso formuliert wären wie die Redtube Beschlüsse. Bei der IP-Adressen Beschaffung dürfte sich auch nichts geändert haben, wie soll man denn sonst an diese gelangen? Also gleiches Spiel mit veränderten Kandidaten?!
    Kann das LG Köln die Beschlüsse für andere Portale dann nicht gleich auch mit aufheben?
    Übrigens…wann passiert das eigentlich?

    • Frank sagt:

      >> aber dafür müsste er die Auskunftsbeschlüsse bereits vorliegen haben < Die Grundlage der Abmahnungen muss entkräftet werden. Sei es durch ein entsprechendes Urteil zum Thema Streaming, oder durch den definitiven(!) Belegt, dass hier etwas nicht rechtens war.

  6. Frank sagt:

    Aufgeben wird der Herr sicherlich nicht so schnell. Ich hoffe nur, dass man in Köln schnell voran kommt und dort endlich ein „P“ gesetzt wird.
    Es liegen mittlerweile eine solche Menge an Indizien vor, dass Taten folgen sollten.
    Ich weiß, ich bin ein ungeduldiger Mensch, aber ist es seitens des Staates rechtens, seine Bürger „schmoren“ zu lassen? Bei dieser Menge handelt es sich nicht mehr um eine Kleinigkeit, keine Bagatelle.

    @Rene:
    Zur Frage, warum in Regensburg wenig bis nichts passiert:
    * http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Und-die-Staatsanwaltschaft-Regensburg-beschuetzt-Urmann/forum-272802/msg-24623981/read/
    * http://www.regensburg-digital.de/uc-thomas-urmann-abmahnung-regensburg-porno-abmahner-im-glueck/20122013/
    => daraus: “Ein ehemaliger Geschäftspartner von Urmann, der von dieser Aktion betroffen war, sagt: „So lange wir mit Urmann zusammengearbeitet haben, schien es einen Schutzschirm gegeben zu haben. Der war danach sehr schnell weg.”
    Es gibt es im Netz einen erschreckenden Link:
    * http://abmahnbetrug.wikia.com/wiki/Thomas_Urmann_und_Oberstaatsanwalt_Wolfhardt_Meindl_-_welche_Verbindungen_gibt_es%3F

    Für den Fall, dass man bei U+C auf die bisherigen Filme setzt und nur ein anderes Portal nehmen möchte: Die Rechte und die IPs (deren Herkunft) sollten schnellsten geklärt werden.

    Bei neuer Mandantin, neuen Filmen und Portalen fängt wieder alles von Vorne an, leider …

    Ich hoffe, dass die Gerichte sich einmal anschauen, was sie in diesen Größenordnungen in den letzten, sagen wir einmal 6 Monaten bekommen haben. Dann sollten sie vorbeugend handeln um sich größere Blamagen, in Bezug auf erlassene Beschlüsse zu ersparen.

    Das Rotationsprinzip in Köln scheint mir nun eh hinfällig, bzw sollte schnellstens abgeschafft werden. Dann muss halt neues/zusätzliches Personal her.

    Schade eigentlich, dass man nicht erfährt, wie die Ermittlungen laufen, da das den verlauf gefährden würde.

    Wenn man in Berlin nichts machen kann, sollte dieses Thema schnellstens in Brüsel geklärt werden. Komisch, die Schweiz hat das offenbar geklärt: streaming scheint dort legal.

    D hinkt da um Lichtjahre hinterher.

    Btw: Sind die Filme eigentlich bei Redtube offline oder noch zu sehen?

  7. Jonas sagt:

    Wie kommt man denn nach so langer Zeit an die IPs ran? Ich dachte Telekom speichert nur 7 Tage die IPs. Sowie ich die ganzen Berichte lese, hat alleine der Antrag zur Herrausgabe der IPs schon einiges an Bearbeitungszeit beansprucht.

    • Frank sagt:

      Falls er noch was im Köcher hat, dann wurden die IPs schon lange bei Gericht vorgelegt und die Beschlüsse hat er.
      Bei der Telekom (z.B) muss er binnen 7 Tagen nach erfassung der IP fragen. Wenn es ein Kunde von z.B. 1&1 ist, bekommt er angeblich die Nutzerkennung und kann dann (irgendwann, binnen 3 Jahren) bei 1&1 fragen, wem diese Kennung zugeordnet ist/war. Zumindest wurde es im Kundenforum von 1&1 so beschrieben.

      Meiner Meinung nach ein Unding, eine Nutzerkennung an einen 3. zu geben. Hier sollte die Telekom bei 1&1 fragen, kein Anwalt. 😕

  8. Garry sagt:

    Das heißt es gibt noch Auskunftsbeschlüsse für andere Portale?
    Das wäre ein Alptraum…

    • Frank sagt:

      Das ist/sind bisher nur reine Vermutungen, aufgrund einer Aussage von U. die noch nicht bestätigt ist.

      • Teiresias sagt:

        Meiner Meinung nach kann Urmann nur noch Abmahnungen für Fälle verschicken, wenn er für diese schon einen Beschluss hat. Ich gehe nicht davon aus, dass er oder irgendeine andere Kanzlei bei irgendeinem Gericht jetzt noch eine Beschluss zur Herausgabe von Verbindungsdaten bekommen würde. Aus diesem Grund stellen sich folgende Fragen:

        1. Hat Urmann schon alle Abmahnungen verschickt für die er Beschlüsse hat?
        2. Für welchen Zeitraum hatte er überhaupt Beschlüsse?
        3. Hat er auch noch Beschlüsse für andere Provider?

        Da man bisher noch von keinem Amstsgericht gehört hat, dass ähnliche Beschlüsse wie in Köln erlassen wurden, können sich meiner Meinung nach alle zurücklehnen, die nicht Kunde der Telekom sind.

        Telekomkunden müssen bangen, ob Urmann schon sein ganzes Pulver verschossen hat. Ich denke aber ja, weil es von ihm aus wirtschaftlichen Gründen nicht klug gewesen wäre, wenn er sich welche aufgehoben hätte. Jetzt zahlt vermutlich keiner mehr so schnell.

        Teiresias

        • Frank sagt:

          Das gilt m.M.n. auch für Nutzer des Internet, die über die Telekom geroutet werden, also alle, die eine externe IP der Telekom haben.
          Schau unter http://www.wieistmeineip.de, daort siehst Du es.

          Wenn TKom und Du hast einen anderen Anbieter (1&1 mietet, von anderen weiß ich es im Moment nicht, meine aber Congstar auch), könnest Du noch in der Wartescheife liegen, falls U+C oder Sebastian bereits gefragt haben.

  9. Conrad [Mobile] sagt:

    Vielleicht greift ja auch die alte Regel. Hunde die bellen beißen nicht.

  10. Frank sagt:

    Bisher unbestätigt (!), aus dieser Quelle:
    http://streamingabmahnung.wikia.com/wiki/Die_Hinterm%C3%A4nner

    „Der Staatsanwaltschaft Köln liegt eine Strafanzeige vom 02.01.2014 gegen

    Jutta Schilling als GF der Serrato Consultores S.L.
    RA Daniel Sebastian
    Philipp Wiik als Verwaltungsrat der TheArchive AG

    vor wegen des Verdachts der gemeinschaftichen und bandenmässigen Urkundenfälschung und des Prozeßbetruges in 89 Fällen und anderer Delikte (Ermittlungs-Aktenzeichen noch unbekannt).“

  11. Manfred St. sagt:

    Na und! Es wird immer wieder Unwissende oder Ängstliche geben die unterschreiben und bezahlen werden und sicher kommt da weit mehr rein als irgendwelche Urteile kosten werden.

  12. Tony sagt:

    Die Strafanzeige gegen Jutta Schilling, Philipp Wiik und Daniel Sebastian ist nun veröffentlicht:

    http://blog.kowabit.de/wp-content/uploads/2014/01/Strafanzeige-gegen-Serrato-ano.pdf

    Hier eine Zusammenfassung dazu bei kowabit:
    http://blog.kowabit.de/redtube-abmahnung-die-filmverwertungskette/

  13. K. sagt:

    Hallo Herr Solmecke,

    was ist eigentlich aus Ihrer Anzeige geworden?
    Wollten Sie nicht auch was in die Wege leiten?

  14. Hans D. sagt:

    Wenn man bezahlt, hat man dann seine Ruhe vor weiteren Forderungen? Wenn nicht bezahlt wird, was dann?

    • Frank sagt:

      Dann kann(!) es sein, dass weitere Briefe, ggf. schärfere Briefe kommen oder die ganze Sache vor Gericht geht.

      Da die Rechtekette aber mehr als bröselig ist, dürfte Herr U. nicht weiter vorgehen, da er jetzt, spätestens nach „Analyse“ ID auf der DVD davon ausgehen muss, dass etwas nicht stimmt.

  15. Frank sagt:

    Klasse, es scheint voran zu gehen. Endlich wird an der Wurzel gerüttelt. Es gibt IMHO nur den Weg über:

    a) die Rechtekette / b) die Erlangung der IP-Adressen

    Bis man endlich eine Regelung bzgl. Streaming hat, sind wir alle schon alt und grau. Da schieben die Herren/Damen aus Berlin alles nach Brüssel und die haben keine Zeit ….

    Selbst bei eventuellen, von Herrn U. angekündigten Abmahnungen anderer Portale ist es entscheidend, woher die IPs und die Rechte kommen. Vor allen Dingen die Frage, ob Abmahnungen zulässig sind, wenn die Filme frei zugänglich sind. Dazu kann man sie angeblich bei Redtube und anderen Portalen problemlos melden, wenn sie Verstöße beinhalten.

    Hoffentlich lernen die beteiligten Parteien (vielleicht auch unbedarfte Nutzer), dass das Internet Gefahren birgt. Das Rotationsprinzip in Köln sollte auf jeden Fall schnellstens korrigiert werden. Ansonsten entscheidet demnächst ein IT-Richter über einen Sorgerechtsstreit: Der Vater darf seinen Sohn 3x pro Monat downloaden.

    Zukünftig sollte sofort über diesen Weg seitens der Staatsanwaltschaft ermittelt werden. Zumindest bei diesen Größenordnungen.Der Anfangsverdacht lag ja schon im Dezember vor, als man sah, dass es sich um ca. 20.000 bis 40.000 „Opfer“ handelt.

  16. Frank Zünder sagt:

    Damit können die doch gar nicht durchkommen. Sollten die damit Recht bekommen, kann man im Internet ja gar nichts mehr anklicken. Woher soll man denn überhaupt wissen, was auf einer PLattform rechtmäßig abgelegt wurde und was nicht? Man muss da auch mal die Reichweite einer solchen Entscheidung betrachten. Das beschränkt ja die Freiheit im Internet auf eine nie dagewesene Art. Und bald darf ich dann auch keine Bilder mehr anklicken? Oder auch einen bestimmten Text nicht mehr? Dann kann man das Netz auch fast ganz abschalten, wenn ich bei jedem Klick mit finanziellen Maßnahmen rechnen muss. Diese Kanzlei weiß doch gar nicht, was sie da macht. Ich hoffe, der Schuss geht so derbe nach hinten los, das die daran einen riesen Imageschaden haben. Von mir aus könnten die auch Pleite gehen. Lieber Sozialhilfe für solche Leute, als die weiterhin arbeiten zu lassen. Alleine der Versuch schon, etwas abzumahnen, was rechtlich gar nicht genau beschrieben ist. Und die ganze Art und Weise. Alleine die Aussagen, die Leute hätte man vor Weihnachten abgemaht, da sie dort noch Geld haben. Hallo? Was soll denn dieser Mist? Die wissen doch gar nicht, was sie da vor dem Familienfest des Jahres alles anrichten können. Das sind solche Witzfiguren. Vielleicht die Krawatte mal etwas lockern und wieder Blut ins Gehirn lassen? Was ich denen eigentlich Wünsche darf man im Internet in Worten gar nicht niederschreiben. Das ist eine Frechheit und Schande für das ganze Berufsbild.

  17. Gary sagt:

    Gibt es keine Möglichkeit beim Landgericht Köln nachzufragen,
    wieviele Anträge für welche Portale / Provider eingereicht wurden ?

    Dieses ständige Nichtwissen ist nicht gut für`s Gemüt.

    Es ist mir unbegreiflich wie lange die Gerichte brauchen um hier Klarheit zu schaffen.
    Sollte irgendwann ein Gericht entscheiden, dass Streaming doch nicht legal wäre wäre dies dann rückwirkend ?

    • Marius sagt:

      Ich möchte auch gerne wissen welche Provider Auskunft gewähren mussten. Ich kann nicht mehr richtig schlafen. Außerdem wurde doch eine einstweilige Verfügung erwirkt warum redet da keiner mehr drüber. Würde mich auf Antworten freuen gerne von Herrn solmecke als auch von Nutzern

      • Frank sagt:

        Offiziel gab es bisher Beschlüsse seitens des OLG Köln, Nutzer der Telekom. Das beinhaltet m.M.n. alle Anbieter, die über die Telekom geroutet werden (1&1, Congstar, …) Das findest Du heraus, wenn Du unter http://www.wieistmeineip.de schaust. Dort wird gezeigt, wem die Leitung gehört.

        Ob RA Sebastian oder U+C bereits bei den Resellern der Telekom gefragt haben, steht in den Sternen. Lt. 1&1-Kundenforum gibt die Telekom die Nutzerkennung an den RA und dieser kann dann bei z.B. 1&1 fragen, wem die Nutzerkennung KA123456@online.de gehört. Diese ist dem Nutzer ja dauerhaft zugeordnet.

        Was Kabel-BW, Kabeldeutschland, Vodafone, UnityMedia, Telefonica, Ewetel, Osnatel, usw anbelangt, gibt es keine verbindliche Auskunft. Ob Herr U. wirklich Daten hat, kann nur er sagen. Oder Du fragst bei Deinem Provider direkt nach.

        Ob Du dann allerdings besser schlafen kannst, wenn Du erfährst, dass es eine Auskunft gab oder nicht, oder Du als Info bekommst: Wir können/dürfen es nicht sagen, …. Ich liege im Moment ruhig im Bett, da ich davon ausgehe, dass die Rechtekette zerschlagen wird und es keine Prozesse seitens the Archive AG geben wird. Dann müsste man erklären, woher die IPs kommen.

        RA Sebastian hat die Anfragen des Gerichts mit der Bitte um mehr Informationen zur Software usw nicht weiter verfolgt. (Stand irgendwo im Netz). Daher gehe ich davon aus, dass es ruhig wird.

        Schau regelmäßig hier oder bei Kowabit.de oder im Forum von heise.de vorbei.

        • Frank sagt:

          Ergänzend: eventuell wurde auch nur auf Köln gesetzt, aufgrund des Rotationsprinzips beim OLG?

        • steffen sagt:

          Ergänzend zu der Antwort von Frank ist noch zu sagen, dass die kleineren Anbieter (Debitel, 1&1) die keine oder wenig eigene Netzinfrastruktur haben, oft Leitungen und Dienste von z.B. Telekom anmieten. Dann hat Telekom auch Einsicht, welcher Nutzer die Leitung nutzt, vergibt eine Nutzerkennung und 1&1 kann anhand der Nutzerkennung zuordnen, wem diese gehört.

          Aber: wenn einer der großen Provider – in dem Fall Vodafone – Leitungen von anderen Providern anmietet, mieten sie die reine physikalische Adresse, nicht aber die Abrechnungsdienste derer. Außerdem sieht der andere Provider, bei dem die Leitung angemietet wurde, weder, welche Vodafone-Kunden die Leitung nutzen, noch eine Nutzerkennung etc. Denn Vodafone nutzt die angemieteten Leitungen, als wäre es eine eigene Leitung und die komplette Abrechnung läuft direkt bei Vodafone.

          Dies ist eine Auskunft direkt von internen Vodafone-Quellen, so dass sie valide sein dürfte.

          Das beschriebene Problem (z.B. 1&1) ist daher bei Vodafone-Kunden nicht gegeben.

          zudem ist im Internet zu finden, dass vodafone keine IP-Adressen speichert. Auch Herr Solmecke hat das schon geschrieben. Deshalb dürften Anfragen nach IP-Adressen und Nutzerzuordnung direkt bei Vodafone ins Leere laufen.

      • Teiresias sagt:

        Wie schon oben erwähnt, ist nach meiner Kenntnis das Landgericht Köln nur für den Provider „Telekom“ zuständig.
        Außerdem hat die Telekom im Moment die längste Speicherdauer von 7 Tagen.
        Wenn ich das richtig verstanden habe, dann hatte der Logger der IP eben diese 7 Tage Zeit, um den Beschluss zu erwirken und um dann die Echtdaten von der Telekom zu bekommen.
        Aus diesem Grund wäre es interessant wie die Beschlüsse datiert sind.
        Unbekannt wird aber weiter bleiben, ob Urmann schon für all ihm herausgegebenen Echtdaten auch die Abmahnungen verschickt hat.
        Unklar bleibt auch, ob bei den für die anderen Provider zuständigen Amtsgerichten ebenfalls Beschlussanträge eingegagen sind und wenn ja, wie diese bescheidet wurden.
        Meiner Meinung nach gibt es für andere Provider als die Telekom keine Beschlüsse, weil die Speicherdauer zu kurz ist und weil man bisher auch noch nichts von irgendwelchen Anträgen gehört hat.

        • Marius sagt:

          Ok,danke erstmal an alle die mir geantwortet haben jetzt bin ich schon ein bisschen beruhigt.Aber ich hab das Gefühl das Herr U. sogar stark auf die Rotation gesetzt hat,weil Richter die sich auskennen die Anträge ja nicht stattgegeben haben

  18. Frank sagt:

    >>Die wissen doch gar nicht, was sie da vor dem Familienfest des Jahres alles anrichten können. < Geld kassieren !

  19. Eugen sagt:

    Vielen dank für ihren Einsatz und Infos wissen viele Menschen zu schätzen !

  20. Till sagt:

    Hallo Herr Solmecke,
    was ist zu dem Artikel hier zu halten? http://www.heise.de/newsticker/meldung/Streaming-Abmahnanwalt-Urmann-Sicht-der-Regierung-spielt-keine-Rolle-2083157.html
    Desweiteren interessiert es mich, ob Sie wirklich sicher sagen können, dass es keine Abmahnungen geben wird?

    Liebe Grüße,
    Till

    • Hallo Till,
      eine Beurteilung der Stellungnahme des Justizministeriums können Sie hier nachlesen: https://www.wbs-law.de/urheberrecht/justizministerium-sieht-im-streaming-keine-urheberrechtsverletzung-49574/
      Das Verschicken weiterer Abmahnungen halte ich im Augenblick für sehr unwahrscheinlich.

      • Till sagt:

        Ich meine dann noch die zweite Hälfte vom Artikel „Unterdessen sorgen Urmanns widersprüchliche Angaben zum Sitz seiner Kanzlei-Gesellschaft für Verwirrung unter Rechtsanwaltskollegen: Auf den Streaming-Abmahnungen ist die „U + C Rechtsanwälte URMANN+COLLEGEN Rechtsanwaltsgesellschaft GmbH“ mit Sitz in Regensburg und Hamburg angegeben. Deren Geschäftsführer ist demzufolge Thomas Urmann. Bis in den Dezember hinein gab Urmann auch auf der Kanzlei-Website an, dass sein Kanzleisitz in der Elbchaussee 54 in Hamburg sei. Als bekannt wurde, dass gegen ihn eine Strafanzeige wegen Betrugs bei der Staatsanwaltschaft Hamburg eingegangen ist, verschwanden alle Hinweise auf den Hamburger Firmensitz – nun ist Regensburg der alleinige Standort der Kanzlei.“ (siehe heise.de-Link und alles, was dann auf diesen Abschnitt folgt).

  21. Marius sagt:

    Hallo,

    Ich hätte noch eine Frage wenn das LG Köln für die Telekom zuständig ist welches Gericht ist denn dann für die provider die auch im Umfeld sind(Unitymedia,Netcologne) zuständig?

    P.S bei Google habe ICH nichts gefunden.

  22. cem sagt:

    Ich bin extrem verwirrt! Der Mittelbayerischen Zeitung sagt U. am 08.01. dass er diese Woche weitere Abmahnungen schicken möchte der Sz sagt er einen Tag später dass Gegenteil.

    http://www.sueddeutsche.de/digital/streamingseite-redtube-porno-als-praezedenzfall-1.1858770

    Meine sorge ist jetzt dass er wirklich weitere Abmahnungen verschickt die Filme anderer Portale beinhalten. (Youporn, Xhamster). Was ich auch nicht verstanden habe ist ob es sich bei den abgemahnten Filmen um „Spielfilme“ handelt oder ob es sich um Amateur Videos handelt. Darüber hinaus würde ich auch gerne das Datum wissen in dem ermittelt wurde.
    Ich hoffe ihm wird endlich das handwerk gelegt und man kann endlich in ruhe schlafen!
    Danke für die Antworten im vorraus.

    • Tho sagt:

      Bei Youporn darf Herr U. aber nicht vergessen, dass es wieder Manwin wäre. Und wenn Redtube nicht offensichtlich rechtswidrig ist (was ja so ist – sieht Hamburg ja auch so), dann Youporn erst recht nicht. Das ist nämlich schon alle Medien hoch und runter, wie die Finanzierung da funktioniert und dass die selbst produzierte Filme auf die eigene Seite stellen und viele andere Produzenten die Seite als Werbeplattform nutzen, um auf ihre Seite umzuleiten. Die deutschen Anwälte von Manwin scharren wahrscheinlich auch schon mit den Hufen um da eVs einzuwerfen. Schließlich ist Youporn DAS Aushängeschild von Manwin. Wenn die bei Redtube tätig waren, werden die Youporn erst recht zu verteidigen wissen.

  23. Frank sagt:

    Wichtig für alle, die einen der Filme (Hot Stories) am 23.07.2013 gesehen haben sollen:

    „P.Wiik unterschrieb die Übertragung der Filmrechte am 23.07.2013. Er muss das so zwischen 00:00 Uhr und 02:05 Uhr morgens gemacht haben.“

    „Der Betroffene wurde abgemahnt für Filmstreaming am 23.07.2013 um 02:05 Uhr morgens.“

    „Somit ist natürlich auch klar, dass unabhängig von anderen Datumsangaben im Gesamtbild, die IP-Spionage bereits aktiv vorbereitet wurde bevor Archive die (angeblichen) Rechte an den Filmen hatte.“

    Quelle: http://blog.kowabit.de/redtube-abmahnung-die-filmverwertungskette/

  24. Frank sagt:

    Es geht noch besser. Schaut einmal in den Link von mir, gestern 21:37 Uhr.

    Abgemahnt wurde für den 22.07.2013 … die Rechte hatte the Archive erst ab dem 23.07.2013 … *futschlach*

  25. Tony sagt:

    Neue spektakuläre Entwicklung:

    http://www.moneyhouse.ch/u/the_archive_ag_CH-020.3.036.349-0.htm

    Letzte SHAB-Meldungen
    SHAB: 009 / 2014 vom 15.01.2014
    The Archive AG, in Bassersdorf, CHE-305.748.231, Aktiengesellschaft (SHAB Nr. 217 vom 08.11.2013, Publ. 1169275).
    Statutenänderung: 27.12.2013.
    Sitz Neu: Weisslingen.
    Domizil Neu: Grabenwiese 10, 8484 Weisslingen.
    Ausgeschiedene Personen und erloschene Unterschriften: Wiik Philipp, deutscher Staatsangehöriger, Bassersdorf, Direktor, mit Einzelunterschrift.
    Eingetragene Personen neu oder mutierend: Djengue Nounagnon Sedjro Crespin, beninischer Staatsangehöriger, Weisslingen, Direktor, mit Einzelunterschrift.

  26. Frank sagt:

    Es wird langsam lustig. Der erste verlässt das sinkende Schiff:
    http://blog.kowabit.de/redtube-spektakulaere-entwicklung/

    Der Geschäftsführer von „the Archive AG“ ist bereits Ende Dezember gegangen. Ein Schelm, wer böses denkt ….

  27. Leser sagt:

    Der ganze Fall wird ja immer spannender und verworener. Vlt sollte sich The Archive AG die Rechte an diesem Fall sichern. Daraus lässt sich doch ein 1A Krimi / Thriller etc draus verfilmen. Und mit den Einahmen ließen sich dann die ganzen Schadensersatzansprüche der „Abmahnwelle“ begleichen. Aber jetzt mal ernsthaft der ganze Fall stinkt doch wie ein Schweizer Käse. Ich kann nur hoffen das es allen Beteiligten an den Kragen geht und endlich mal hart durchgegriffen wird damit so etwas nicht wieder geschieht und uns Bürger vor so etwas schützt.

  28. Frank sagt:

    Es bleibt aber die Frage, wem man was nachweisen kann:

    U+C ist das letzte Glied in der Kette und jeder wird es auf seinen Auftraggeber schieben, bis zurück nach Spanien.

    Dann kann man nur noch gezielt ermitteln, was noch offen ist, wer was wusste, incl. der Domain „http://www.streaming-abmahnung.de“
    Siehe: http://blog.kowabit.de/wer-kassiert-noch-ab/
    Riecht nach Trittbrett, bzw. eingeweihtem Kumpel.

    Wer haftbar ist, müssen Gerichte feststellen. Hier hoffe ich auf Köln, da man hier die Gelegenheit hat, den Namen zu säubern …

  29. Klakide sagt:

    Anfang September erhielt ich von Telekom Abuse ein Schreiben:
    wir haben festgestellt,dass über Ihren Internet-Zugang unerwünschte Spam-Mail versendet werden. Zur selben Zeit waren viele Telekom Kunden ( laut Blogs ) von dieser Angelegenheit betroffen. Weil dieser Virus sich sehr schwer löschen lies, habe ich mein System neu Aufgesetzt und deshalb keine genauen Daten Mehr. Vielleicht ist in dieser Richtung bei Telekom Abuse etwas zu ermitteln.
    Klakide

  30. Frank sagt:

    Da wäre die angebliche Software, deren Entwickler sowie der Arme System-Admin, der die e. Vers. unterschrieben hat ins Gebet zu nehmen.
    Eher unwahrscheinlich, dass man da etwas macht.

    Die schlimmste Befürchtung ist, dass alles im Sande verläuft und eingestampft wird.

    Im Interesse der Öffentlichkeit muss (!!!) es aber zu einer Verurteilung der Beteiligten, die Überführt werden können kommen.

  31. […] Quelle und vollstaendiger Artikel : wbs-law.de /Zum Artikel […]

  32. Frank sagt:

    Klar sind die auch weg 🙂
    Der Kundenaccount von the Archive AG ist weg, also ITGuards auch. Lagen ja im selben Account. Wurde abgeschaltet …

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