Alle Artikel mit dem Tag "Rundfunkrat"

Karola Wille als MDR-Intendantin gewählt

Der MDR Rundfunkrat hat sich bei der Wahl eines Nachfolgers für den scheidenden MDR-Intendanten Udo Reiter endlich geeinigt. Nachdem der Rundfunkrat im September gegen den Kandidaten Bernd Hilder gestimmt hatten, wurde nun Prof. Dr. Karola Wille mit der erforderlichen Mehrheit in das Amt gewählt.

Bei der geheimen Abstimmung erhielt Wille von den 39 anwesenden Mitgliedern des Aufsichtsgremiums 32 Ja-Stimmen, so die Meldung des MDR. Die Zwei-Drittel-Mehrheit, die gemäß Paragraf 23 Absatz MDR-Staatsvertrag notwendig ist, wurde damit erreicht.

Wille ist MDR-Mitarbeiterin der ersten Stunde und war seit 2003 als Vertreterin des Intendanten tätig. Ihre neue Position tritt sie zum 1. November 2011 an.

Rundfunkratsvorsitzender Johannes Jenichen zeigte sich mit Wahl zufrieden und sieht die Vorrausetzung gegeben, dass sich der MDR strukturell zu einer bereichs- und medienübergreifend agierenden Sendeanstalt weiterentwickeln werde, so die Meldung weiter.

Verwaltungsratsvorsitzender Dr. Gerd Schuchardt sagte dazu: “Als Aufsichtsgremien werden wir sie auf diesem Weg unterstützen, damit der MDR seinen öffentlich-rechtlichen Grundversorgungsauftrag auch im digitalen Zeitalter erfüllen kann.“

Prof. Dr. Karola Wille sagte zu ihrer Wahl: “Ich freue mich über das große Vertrauen, das mir von den Gremien entgegengebracht wurde und will meine ganze Kraft in den Dienst des MDR stellen. Zuallererst werde ich den begonnenen Aufklärungsprozess entschieden vorantreiben und die richtigen Konsequenzen daraus ziehen. Dazu gehört auch eine gemeinsame Verantwortungskultur im Sender. Ich will zudem den MDR für das digitale Medienzeitalter programmlich, strukturell und finanziell zukunftsfähig machen. Deshalb werden wir auch stärker jüngeres Publikum ansprechen. Ich setze dabei auf eine kompetente neue Führungsmannschaft und eine werte- und leistungsorientierte Führung des Senders. Den starken Gremien des MDR kommt auf dem Weg in die Zukunft eine wichtige Rolle zu. Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam die Herausforderungen meistern.”

Horst Saage neuer Rundfunkratsvorsitzender

Zugleich wurde Horst Saage, Vorstandsvorsitzende der Agrargenossenschaft Cobbelsdorf e.G, zum neuen Vorsitzenden des Rundfunkrats gewählt. Seine Stellvertreter sind Prof. Dr. Gabriele Schade und der Superintendent des evangelisch-lutherischen Kirchenbezirks Rochlitz, Johannes Jenichen.

Die Amtszeit des MDR-Rundfunkrates beträgt sechs Jahre. Die jetzige begann am 1.12.2009. Da der MDR eine öffentlich-rechtliche Landesrundfunkanstalt für drei Länder ist, wechselt alle zwei Jahre der Vorsitz in der Reihenfolge Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Horst Saage und seine beiden Stellvertreter treten am 7. 12.2011 ihre Ämter an, so die Meldung weiter.

MDR-Intendanz: Rundfunkrat stimmt gegen Hilder

Bernd Hilder, Chefredakteur der “Leipziger Volkszeitung”, war der einzige Kandidat für den Posten des neuen MDR-Intendanten – und ist bei der heutigen Wahl dennoch gescheitert: Insgesamt stimmten nur zwölf der 42 Rundfunkräte für ihn. Um den Posten antreten zu können bedarf es einer Zwei-Drittel-Mehrheit aller Stimmen, in diesem Fall wären somit mindestens 28 Stimmen erforderlich gewesen. Allerdings stimmten 29 der 41 anwesenden Rundfunkräte gegen Hilder.

Der Verwaltungsrat des MDR hatte Hilder vorgeschlagen, der sich damals auch erst im vierten Wahlgang gegen die stellvertretende MDR-Intendantin Karola Wille und den stellvertretenden WDR-Fernsehdirektor Helfried Spitra als Kandidat durchsetzen konnte.

Nun muss schnell ein Nachfolger gefunden werden, da der jetzige Intendant Udo Reiter bereits Ende Oktober seinen Posten – auf eigenen Wunsch – aufgibt. Da eine Niederlage Hilders nicht unwahrscheinlich schien, hatte der Verwaltungsratsvorsitzende Gerd Schuchardt bereits im Vorfeld für den Tag der Intendantenwahl eine Sondersitzung einberufen, in der ein neuer Kandidat bestimmt werden soll, falls Holder nicht die nötige Mehrheit erhalten sollte, so Spiegel Online.

Die Kandidatur war nicht unumstritten, bereits im Vorfeld hatte die Wahl für Diskussionen gesorgt. Nach Angaben von Spiegel Online soll auf Mitglieder des Gremiums massiver Druck ausgeübt worden sein, für Hilder zu votieren. So sagte Schuchardt gegenüber Spiegel Online: “Die Wahl im Verwaltungsrat war rechtmäßig, aber es gab einige Dinge, die mir nicht gefallen haben.”

Der DJV-Landesverband Thüringen kritisierte, dass der Verwaltungsrat des MDR seinen Wahlvorschlag Hilder nicht detailliert begründet habe und sah darin eine Verletzung demokratischer Prinzipien.

Zudem kamen auch Zweifel am Wahlmodus auf, da es scheinbar möglich sei, dass es einen zweiten Wahlgang geben könne, wenn beim ersten gegen Holder gestimmt werde. Der DJV-Landesverband Thüringen stand dem Prozedere, nach dem mehrere Wahlgänge erlaubt sein sollen, äußerst kritisch gegenüber. So heißt es in einer Erklärung auf der Webseite: “Solch Vorgehen beschädigt die Souveränität des Gremiums, wirkt imageschädigend für den vorgeschlagenen Kandidaten sowie den MDR und ist rechtlich nicht notwendig. Der MDR-Staatsvertrag enthält die klare Regelung, dass der Verwaltungsrat innerhalb eines Monats einen neuen Wahlvorschlag unterbreiten muss, wenn der vorgeschlagene Kandidat die geforderte Zweidrittelmehrheit verfehlt.”

Spiegel Online hingegen berief sich auf ein Gutachten des Gesetzgebungs- und Beratungsdiensts des Landtags von Sachsen-Anhalt, das belegt, dass der MDR-Staatsvertrag und verschiedene andere Regelungen in dieser Frage nicht eindeutig seien. Somit könne nicht vorausgesagt werden, wie ein Gericht später urteilen würde, so der Bericht von Spiegel Online.

Der DJV-Landesverband Thüringen begrüßt in einem Statement die Entscheidung gegen Hilder durch den MDR-Rundfunkrat. So heißt es auf der Webseite des Landesverbandes:  ”Vom Verwaltungsrat erwartet der DJV-Landesverband Thüringen einen neuen Kandidatenvorschlag, bei dem die fachliche Eignung im Vordergrund steht. An die Spitze der Dreiländeranstalt gehört eine Intendantin/ein Intendant mit Durchsetzungsvermögen gegenüber der Politik und bei der inhaltlichen Umorientierung des Senders. Der qualitative Unterschied von öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunkangeboten muss für die Zuschauer, Hörer und User erkennbar sein. Nur so lässt sich die Rundfunkgebühr rechtfertigen.”

Nach der Kika-Affäre und der Suspendierung des MDR-Unterhaltungschef Udo Foht ist die gescheiterte Intendanten-Wahl eine weitere Krise für den MDR innerhalb kürzester Zeit.

NDR-Rundfunkrat unterstützt barrierefreies Fernsehen

Der Rundfunkrat des NDR hat die Pläne der ARD zum weiteren Ausbau der barrierefreien Angebote im Fernsehen begrüßt. Die ARD hatte kürzlich bekannt gegeben, bis Ende 2013 alle Erstsendungen im Ersten für gehörlose und schwerhörige Zuschauer mit Untertiteln zu versehen. Zudem soll künftig für alle fiktionalen Formate sowie Tier- und Naturfilme im Hauptprogramm eine Hörfilmfassung für blinde und stark sehbehinderte Menschen angeboten werden.

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SWR-Rundfunkrat stimmt umstrittenen Box-Vertrag zu

Der umstrittene Ankauf der Ausstrahlungsrechte für Profi-Boxkämpfe ist nun erfolgreich abgenickt worden. Der SWR-Rundfunkrat, dessen Zustimmung bislang fehlte, gab nun auch grünes Licht für den Vertragsabschluss. Somit wird die ARD auch 2013 und 2014 Boxkämpfe senden.

Der ursprüngliche Vertrag war intern stark umstritten und wurde auf Initiative der Gremien abgeändert. Man einigte sich letztlich auf eine Laufzeit von zwei Jahren, der Preis für die Rechte liegt nach Angaben des Branchendiensts dwdl.de bei 26 Millionen Euro. Anfangs war zwischen der ARD und dem Sauerland-Boxstall eine Vertragslaufzeit von 2013 bis 2015 geplant, der Kaufpreis sollte bei 54 Millionen Euro liegen.

WDR-Rundfunkrat stimmt umstrittenen Box-Vertrag zu

Der WDR-Rundfunkrat hat nach langen Diskussionen dem Vertrag zwischen der ARD und dem Sauerland-Boxstall zugestimmt. Der Ankauf der Ausstrahlungsrechte für Profi-Boxkämpfe im Zeitraum 2013 und 2014 war intern stark umstritten. Die ARD hatte ursprünglich geschätzte 54 Millionen Euro für einen Dreijahresvertrag mit dem Promotor Sauerland ausgeben wollen. Das Gremium hat zwar nun dem Vertrag zugestimmt, doch man stellte gleich klar, dass man künftig keine Zustimmung mehr zu Boxkämpfen abgeben wolle.

Somit ist es unklar, wie die Zukunft des Boxsports in der ARD aussehen wird. Über die nun beschlossenen Rahmenbedingungen zeigte man sich zufrieden: “Der auf Initiative der Gremien geänderte Vertrag mit verkürzter Laufzeit, verringerter Anzahl an Boxkämpfen und entsprechend reduzierten Kosten sowie dem Verzicht auf eine einseitige Verlängerungsoption seitens der ARD stellt aus Sicht des WDR-Rundfunkrats einen akzeptablen Kompromiss dar”, sagte die Rundfunksrats-Vorsitzende Ruth Hieronymi.

Weiter sagte sie: “Die letztendliche Zustimmung ändert nichts an der bei vielen Mitgliedern des Rundfunkrats nach wie vor grundsätzlich kritischen Haltung gegenüber der Übertragung von Profi-Boxkämpfen in der ARD.” Zugleich betonte Hieronymi, dass die WDR-Gremien sich mit ihrer Entscheidung schwer getan hätten.

WDR-Intendantin Monika Piel: “Die Sportberichterstattung in der ARD zeichnet sich durch eine große Bandbreite und Vielfalt aus. Dazu zählt auch das Boxen, das seit Jahren ein begeistertes Publikum findet. Die Zustimmung des WDR-Rundfunkrats zum neu verhandelten Vertrag ist eine gute Lösung im Interesse unserer Zuschauerinnen und Zuschauer.” Noch steht übrigens die Zustimmung des SWR aus. Bisher hatten nur die Gremien des MDR und des NDR den Box-Rechten zugestimmt.

Rundfunkrat übernimmt die Aufsicht über die Telemediendienste beim WDR

Auch der WDR verfügt über ein umfangreiches Informationsangebot auf Webseiten im Internet, das auf die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen hin überprüft werden muss. Hierzu wurde jetzt eine wichtige Entscheidung getroffen.


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Rundfunkräte von BR und MDR genehmigen das Online Angebot von ARD und ZDF nach Drei-Stufen-Test

Die Rundfunkräte vom Bayrischen Rundfunk (BR) und dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) haben die Onlineangeboten der öffentlich rechtlichen Sender ARD und ZDF geprüft und diese in einem Drei-Stufen-Test begutachtet.

Das Telemedienangebot der ARD „DasErste.de” hat der Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks grundsätzlich genehmigt. Änderungen sind jedoch nach Ansicht des Rundfunkrates im Bezug auf die zeitliche Dauer der einzelnen Video-on Demand-Angebote notwendig. Insofern schließt er sich der Meinung des WDR-Rundfunkrates an. Der Rundfunkrat des BR spricht sich bezüglich Unterhaltungsserien für eine Bereitstellung der Video-on-Demand Angebote für eine Zeitspanne von 7 Tagen aus. Hiermit unterschreitet er die von den Intendanten gewünschte Zeitspanne von 6 Monaten deutlich. Der Rundfunkrat begründete seine Ansicht mit dem Hinweis, dass der Beitrag des Angebotes „DasErste.de” zum publizistischen Wettbewerb in qualitativer Hinsicht die marktübliche Auswirkungen auf private Wettbewerber überwiege. Weiterlesen

Telemedienkonzepte des WDR für Videotext- und Internetangebote durch den WDR-Rundfunkrat genehmigt

Der WDR-Rundfunkrat hat nach fast einjähriger Beratungsphase die Telemedienkonzepte des WDR sowohl für die Videotext- als auch die Internetangebote „wdr.de“ und „WDR Text“ genehmigt. Im Rahmen des nun beschlossenen Konzeptes werden die bestehenden Angebote erheblich gekürzt. Insbesondere sollen viele Internetseiten mit entsprechenden Angeboten nur noch zeitlich begrenzt zur Verfügung gestellt werden.

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