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Rechtliche Rahmenbedingungen im E-Commerce (Teil 4.5.): Die Widerrufsbelehrung – Aussichten
31. Juli 2009, 09:00 Uhr
In einer mehrteiligen Serie stellt Rechtsanwalt Christian Solmecke von der Kanzlei Wilde & Beuger unter dem Motto ” Rechtliche Rahmenbedingungen im E-Commerce” die juristischen Hürden für Buchhändler und andere Online-Händler beim Handel im Netz dar. Im heutigen Teil geht es um das Thema: „Die Widerrufsbelehrung – Aussichten”.
Die mit der Widerrufsbelehrung verbundenen Abmahnrisiken für Online-Händler könnten bald entfallen. Zumindest scheint durch den Gesetzesentwurf zur Umsetzung der Verbraucherkreditrichtlinie, des zivilrechtlichen Teils der Zahlungsdiensterichtlinie sowie zur Neuordnung der Vorschriften über das Widerrufs- und Rückgaberecht Land in Sicht zu sein.
Die amtliche Muster-Widerrufsbelehrung soll Gesetzesrang erhalten und kann nicht mehr von den Gerichten für fehlerhaft beurteilt werden.
Darüber hinaus soll die Ungleichbehandlung von eBay-Händlern und sonstigen Online-Händlern bezüglich der Widerrufsfrist beseitigt werden. So soll die Belehrung über das Widerrufsrecht in Textform auch nach Vertragsschluss möglich sein. Die regelmäßige Widerrufsfrist von 2 Wochen würde dann auch für Vertragsschlüsse bei eBay gelten.
Das Gesetz soll zum 11.06.2010 in Kraft treten. In der Pressemitteilung des Bundesministerium der Justiz (BMJ) vom 05.11.2008 wird zu der geplanten Gesetzesänderung ausgeführt:
„(…)3. WiÂderÂrufs-​ und RückÂgaÂbeÂrecht
Die beÂreits beÂsteÂhenÂden VorÂschrifÂten über das WiÂderÂrufs-​ und RückÂgaÂbeÂrecht werÂden neu geÂordÂnet. Dies führt zu mehr RechtsÂsiÂcherÂheit und zwar nicht nur bei VerÂbrauÂcherÂverÂträÂgen, sonÂdern – durch eine ÄnÂdeÂrung des VerÂsiÂcheÂrungsÂverÂtragsÂgeÂsetÂzes – auch bei VerÂsiÂcheÂrungsÂverÂträÂgen. UnÂterÂnehÂmer, die als VorÂlaÂge für ihre BeÂlehÂrunÂgen über das WiÂderÂrufs-​ und RückÂgaÂbeÂrecht die neuen MusÂter verÂwenÂden, müsÂsen künfÂtig keine wettÂbeÂwerbsÂrechtÂliÂchen AbÂmahÂnunÂgen oder unÂbeÂfrisÂteÂte WiÂderÂrufs-​ bzw. RückÂgaÂbeÂrechÂte mehr fürchÂten. Zudem gelÂten bei FernÂabÂsatzÂgeÂschäfÂten über eine InÂterÂnetÂaukÂtiÂonsÂplattÂform und solÂchen in einem herÂkömmÂliÂchen InÂterÂnetÂshop weitÂgeÂhend gleiÂche WiÂderÂrufsÂfrisÂten und WiÂderÂrufsÂfolÂgen.
Das heute vom BunÂdesÂkaÂbiÂnett beÂschlosÂseÂne GeÂsetz muss noch vom DeutÂschen BunÂdesÂtag beÂraÂten und verÂabÂschieÂdet werÂden. Es soll am 31. OkÂtoÂber 2009 in Kraft treÂten. Einer ZuÂstimÂmung des BunÂdesÂraÂtes beÂdarf es nicht.
Das BunÂdesÂkaÂbiÂnett hat heute den EntÂwurf eines GeÂsetÂzes zur UmÂsetÂzung der VerÂbrauÂcherÂkreÂditÂrichtÂliÂnie, des ziÂvilÂrechtÂliÂchen Teils der ZahÂlungsÂdiensÂteÂrichtÂliÂnie sowie zur NeuÂordÂnung der VorÂschrifÂten über das WiÂderÂrufs-​ und RückÂgaÂbeÂrecht beÂschlosÂsen. Mit dieÂsem GeÂsetz werÂden die geÂnannÂten RichtÂliÂniÂen in naÂtioÂnaÂles Recht umÂgeÂsetzt.
“Mit dem heute beÂschlosÂseÂnen wird das SchutzÂniÂveau für die VerÂbrauÂcher bei VerÂbrauÂcherÂkreÂditÂverÂträÂgen verÂbesÂsert. Das gilt soÂwohl für den AbÂschluss als auch für die DurchÂfühÂrung von DarÂleÂhen. VerÂbrauÂcher werÂden besÂser über den VerÂtragsÂinÂhalt inÂforÂmiert und unÂseÂriöÂsen LockÂvoÂgeÂlÂanÂgeÂboÂten wird ein RieÂgel vorÂgeÂschoÂben. AuÂßerÂdem verÂeinÂfaÂchen wir die WiÂderÂrufs-​ und RückÂgaÂbeÂrechÂte bei VerÂbrauÂcherÂverÂträÂgen und schafÂfen mehr RechtsÂsiÂcherÂheit bei der VerÂwenÂdung der entÂspreÂchenÂden MusÂterÂbeÂlehÂrunÂgen. DarÂüber hinÂaus schafÂfen wir für den euÂroÂpäiÂschen Markt einÂheitÂliÂche RechÂte und PflichÂten für den barÂgeldÂloÂsen ZahÂlungsÂverÂkehr. Davon proÂfiÂtieÂren die KunÂden und die ZahÂlungsÂdienstÂleisÂter”, erÂklärÂte BunÂdesÂjusÂtizÂmiÂnisÂteÂrin BriÂgitÂte ZyÂpries.(…)”
Sofern in der Pressemitteilung noch die Rede davon ist, dass die Änderungen bzgl. der Widerrufsbelehrung zum 31. Oktober 2009 in Kraft treten soll, so ist dieser Termin mittlerweile auf den 11.06.2010 verschoben worden. Hier finden Sie die bisherigen Teile der Serie “Rechtliche Rahmenbedingungen im E-Commerce”.
Auch nächste Woche geht unsere Serie “Rechtliche Rahmenbedingungen im E-Commerce” weiter. Das Thema der nächsten Freitagsausgabe lautet: „Abwicklung des Kaufvertrages”.
Sollten Sie noch weiterführende rechtliche Fragen haben und eine Einzelberatung wünschen, dann stehen Ihnen die Rechtsanwälte Christian Solmecke und Otto Freiherr Grote von der Kanzlei Wilde & Beuger gerne unter der Telefonnummer 0221 951 563 0 oder per E-Mail an info@wbs-law.de zur Verfügung.
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Kategorien: Allgemein, E-Commerce, Wirtschaftsrecht













